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13.06.2017

Heimatmuseum und Bürgerverein tragen seine Handschrift

Landrat Wilhelm Schneider zeichnet Ingo Hafenecker aus Ebern mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Dank und Anerkennung für ein großartiges Engagement in vielen Bereichen.


Hohe Auszeichnung: Landrat Wilhelm Schneider verlieh am Montag in seinem Dienstzimmer im Landratsamt Haßberge die Verdienstmedaille des Verdienstordens an Ingo Hafenecker.

Für sein jahrzehntelanges und vielseitiges Engagement im kommunalen, kulturellen und kirchlichen Bereich ist Ingo Hafenecker aus Ebern die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Die Medaille, die von Landrat Wilhelm Schneider am Montag im Landratsamt Haßberge ausgehändigt wurde, gilt als höchste Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Allgemeinwohl. „Es ist schön, dass es Menschen wie Dich in unserem Landkreis gibt. Du bist ein leuchtendes Vorbild für uns alle, dein unermüdlicher Einsatz ist großartig und beeindruckt“, so Landrat Wilhelm Schneider in seiner Laudatio.

 

Seit fast 50 Jahren engagiert sich Ingo Hafenecker auf ehrenamtlicher Basis in den verschiedensten Bereichen. Seine große Liebe gehört dem Bürgerverein Ebern, in dem er seit 46 Jahren Mitglied ist. Bereits im März 1979 wurde er als Nachfolger seines Vaters Simon Hafenecker in das Amt des 1. Vorsitzenden gewählt. Seit 38 Jahren übt der 79-Jährige dieses Amt auch heute noch mit Herzblut und Begeisterung aus. Der Eberner Bürgerverein hat eine mehr als 100-jährige Tradition, er wurde im Jahr 1950 wieder gegründet und ist in Ebern sehr angesehen. Seine Schwerpunkte sind das Heimatmuseum und eine aktive Wandergruppe. Aktuell gehören dem Verein rund 400 Mitglieder an.

 

Als „Motor“ des Bürgervereins hat Ingo Hafenecker eine Reihe an Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekten initiiert. Dazu gehören die Gründung einer Wandergruppe, der „Stille Advent“ -  die besinnliche Veranstaltungsreihe in der Vorweihnachtszeit, das Frühlingsfest im „Wolz`n-Garten“, die Museumsnacht, das Weinfest und vieles mehr. Außerdem ist der Vorsitzende gleichzeitig auch Herausgeber der „Eberner Heimatblätter“ mit fundierten Aufsätzen zur Stadtgeschichte. Ebenso verantwortlich ist er für den Tätigkeitsbericht des Bürgervereins, der seit 1981 jährlich in Form eines Jahresgaben-Heftes erscheint. Angeregt hat Ingo Hafenecker außerdem den Initiativkreis Weihnachtskrippe und die Gestaltung des Osterbrunnens in Ebern; hier legt er auch selbst mit Hand an.

 

Dem Vorsitzenden des Bürgervereins liegt seine Heimatstadt sehr am Herzen. Deswegen weist er auch immer wieder freundlich und sachlich auf Probleme in der Stadt hin und hat schon zahlreiche Vorschläge zur Verschönerung des Stadtbildes eingebracht. Darüber hinaus hat er sich auch für die Renovierung von städtischen Denkmälern, wie den Brückenheiligen von Sandhof, der Sankt-Barbara-Gruppe und dem Hochkreuz bei Losbergsgereuth sowie für die Restaurierung und Neuanschaffung einer Vereinsfahne eingesetzt. Ein besonderer Höhepunkt seiner Amtszeit als Vorsitzender war die Organisation des aufwändigen Jubiläumsfestes zum 100-jährigen Bestehens des Bürgervereins im Jahr 1997.

 

Besonders am Herzen liegt Ingo Hafenecker das Heimatmuseum Ebern, dessen Leitung er im Jahr 1994, also vor 23 Jahren, übernommen hat. Das Museum zeigt in zwölf Räumen mehr als 6000 Exponate und hat jährlich über 1000 Besucher. Seit seiner Pensionierung hat sich die Tätigkeit des Museumsleiters zu einem Vollzeitjob entwickelt. „Wenn man dich telefonisch erreichen möchte, ist es ratsam, es zuerst im Heimatmuseum zu versuchen, denn das Büro dort ist zu deiner zweiten Wohnung geworden“, so der Land-rat. „Mit beispiellosem persönlichem Einsatz hast Du das Heimatmuseum zu dem gemacht, was es heute ist.“ Ingo Hafenecker war und ist Arbeitgeber, Repräsentant, Museumsleiter, Museumsführer, Ausstatter, Lastenträger, Fuhrmann, Büroangestellter – sozusagen ein „Allroundman“ in einer Person. Wäre der Ehrentitel „Vater des Eberner Heimatmuseums“ nicht bereits an seinen Vater Simon vergeben – keiner müsste lange überlegen, wem diese Bezeichnung zustehen würde.

 

Der Vorsitzende des Bürgervereins und Museumsleiter initiiert zahlreiche Sonderausstellungen im Heimatmuseum und in der Xaver-Mayr-Galerie. Viel Zeit und Arbeit steckt er außerdem in der Inventarisierung der Bestände; gleichzeitig sorgt er dafür, dass das Museum attraktiv bleibt, indem Räume umgestaltet und renoviert werden. Darüber hinaus hat Ingo Hafenecker in Eyrichshof ein 150 Quadratmeter großes Depot für das Heimatmuseum eingerichtet, das mittlerweile in den Keller der Frauengrundhalle umgezogen ist. Seine Idee war es auch, einen Museumsdienst am Wochenende einzurichten, so dass für die Besucher die Gelegenheit besteht, auch an Samstagen und Sonntagen tief in die Eberner Geschichte einzutauchen. Der 79-Jährige führt auch selbst Gäste und Schulklassen durch das Museum und erklärt die Exponate. Zu verdanken sind ihm auch zwei Museumsprospekte und zahlreiche Gesprächsabende zu Eberner Themen.

 

Seit über 40 Jahren ist das Heimatmuseum ein kultureller Eckstein der Stadt Ebern und des östlichen Landkreises und hat mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. „Dies ist dein Verdienst“, hob Landrat Wilhelm Schneider hervor.

 

Andere Menschen wären mit diesem großen ehrenamtlichen Einsatz um den Bürgerverein und das Heimatmuseum schon mehr als ausgelastet gewesen. Nicht aber Ingo Hafenecker. Er fand dennoch Zeit und Energie, sich nach Kräften in der katholischen Pfarrei St. Laurentius zu engagieren. 32 Jahre lang war er Mitglied im Pfarrgemeinderat, davon 10 Jahre lang Vorsitzender. Auch als Lektor und Kommunionhelfer hat er sich eingebracht von 1970 bis 1988. Darüber hin aus war er Mitglied der Kirchenverwaltung (2004 bis 2012) und den Kirchenchor hat er 12 Jahre lang – von 2000 bis 2012 – mit seiner Stimme bereichert.

 

Doch damit noch immer nicht genug: 22 Jahre lang war Ingo Hafenecker in der Vorstandschaft des CSU-Ortsverbandes Ebern tätig – zeitweise als stellvertretender Vorsitzende, Schriftführer und Beisitzer. Zudem ist der Bürgervereinsvorsitzende auch noch als Stadtführer in Ebern im Einsatz.

 

Landrat Wilhelm Schneider bedankte sich ganz herzlich bei Ingo Hafenecker für sein enorm vielseitiges Engagement zum Wohle der Gemeinschaft und zeichnete ihn mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Zu dieser hohen Ehrung gratulierte auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, Bürgermeister Jürgen Hennemann, Kreisheimatpfleger Günter Lipp und Bruder Adolf Hafenecker.


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