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30.12.2015

Mit Bier und Bratwürsten ins Land des Lavendels

Zum ersten Mal nahm eine Delegation aus dem Landkreis Haßberge am Weihnachtsmarkt in Pierrelatte teil. Die Produkte aus der Region trafen voll den Geschmack der Franzosen.


Mit solch einem großen Andrang an ihren Ständen im deutschen Weihnachtszelt hatte die Delegation aus dem Landkreis Haßberge auf dem französischen Weihnachtsmarkt in Pierrelatte nicht gerechnet. Vor allem das fränkische Bier, Glühwein, verschiedene Schnäpse, Lebkuchen, Marmeladen und Bratwürste waren absolute Verkaufsschlager.

 

Mit dem Reisebus und zwei voll beladenen Kleintransportern machte sich die Abordnung aus den Haßbergen auf den Weg nach Südfrankreich. Vorab hatte sich das Organisationsteam des  Freundeskreises Haßberge-Tricastin mit seinem Vorsitzenden Kurt Sieber darüber Gedanken gemacht, welche kulinarischen Spezialitäten und kunsthandwerklichen Produkte aus der Region mitgenommen und angepriesen werden sollten. Schnell war das Abt-Degen-Weintal, vertreten durch Rudi Ruß, der ehemaligen Sander Weinprinzessin Isabel Bergmann und deren Mutter Antonie mit im Boot. Auch der Verein engagierter Gastronome und Direktvermarkter „Natürlich von hier“ mit Oliver Ulrich und Hedi Fischer sowie die jungen Braumeister Max und Fritz Göller ließen sich von der Idee begeistern, den Weihnachtsmarkt in Pierrelatte mit ihren Produkten zu bereichern. Mit dabei auch die Touristinformation der Stadt Haßfurt mit Inge Appel, die Künstlerin Janna Liebender-Folz sowie Alexander Meyer und Natascha Timm von der Glasbläserei Schönherr aus Obertheres und Freddy Austel als Grillmeister (Königsberg).

 

Für die Organisatoren entpuppte sich die Teilnahme am Weihnachtsmarkt in Südfrankreich als ein logistisch schwieriges Unternehmen. Vieles musste gut durchdacht werden, damit auch wirklich alles verstaut werden konnte. So galt es im Vorfeld zum Beispiel genauestens den Platzbedarf für die einzelnen Kartons, Fässer, Bratwurstgrill, Gläser usw. zu ermitteln. Außerdem mussten alle Warenbezeichnungen und Inhaltsstoffe ins Französische übersetzt werden, eine Aufgabe, die Ingrid Fächer übernommen hat.

 

Dann machten sich die beiden Transporter vollgepackt mit 1500 Bratwürsten, 250 Packungen Lebkuchen, 24 Flaschen Schnaps, 140 geräucherten Wildschweinbratwürsten, 50 Beuteln Apfelchips, 90 Litern Glühwein, 40 Flaschen Wein, 200 Gläsern Maintal-Marmeladen und 400 Liter Göller-Bier auf den Weg ins Land des Lavendels. Zwei Tage lang boten die Haßbergler ihre Waren auf dem Marché de Noël in Pierrelatte an. Die Stände in dem deutschen Weihnachtszelt kamen bei den französischen Bürgern sehr gut an. Begeistert waren sie von Freddy Austel`s gegrillten fränkischen Bratwürsten, die mit französischem Baguette nicht nur direkt auf dem Markt verspeist, sondern sogar mit nach Hause genommen wurden. Lebkuchen, Apfelchips, Marmeladen, geräucherte Wildschweinbratwürste und Schnaps fanden ebenfalls reißenden Absatz. Der Renner war das Bier. Nach zwei Tagen meldeten Max und Fritz Göller „ausverkauft“.

 

Auch der Glühwein von Rudi Ruß war sehr begehrt: von 100 Litern blieben nur zehn Liter übrig. Auf großes Interesse stießen auch die selbst gemalten Aquarellbilder und der handgefertigte Glasschmuck.  Damit es mit der Verständigung im Zelt immer klappte, hatte der deutsch-französische „Freundeskreis Haßberge-Tricastin“ mit Kurt Sieber, Ingrid Fächer, Julia Rödel, Oliver Fesser, Anette Seifert und Natascha  Timm Dolmetscher zur Verfügung gestellt.

 

Der Weihnachtsmarkt zog rund 15.000 Besucher an. Die besondere Attraktion schienen die Haßbergler selbst zu sein. Immer wieder wurden sie als Ehrengäste angekündigt. In dem deutschen Weihnachtszelt war immer viel los, viele alte und neue Bekannte nutzten die Gelegenheiten, um den deutschen Freunden „Hallo“ zu sagen.

 

Für festliche Stimmung sorgte eine Bläsergruppe des Blasorchesters Sand: Dirk Rückert (Leitung), Jürgen Krines, Udo Rippstein, Stefan Krines, Klaus Johanydes, Caroline Klauer und Alexandra Rückert ließen klassische deutsche Weihnachtslieder erklingen, die vom französischen Publikum mit viel Beifall belohnt wurden.  Wer die Sander kennt, weiß, dass diese auch immer wieder für Überraschungen gut sind. So stimmten die Musiker zusammen mit Rudi Ruß auch einmal das Lied „Die Sander Wieberla“ an. Und was sicher einzigartig ist: weil die Ventile der Tuba klemmten, wurde sie sozusagen „notarztmäßig“ zum Augenoptiker gebracht, der mit seinem feinen Werkzeug schnelle Hilfe leistete.

 

Beim Marché de Noël lief einiges anders ab als aus Deutschland gewohnt. Der Schwerpunkt waren Kunsthandwerker und Anbieter von verschiedenen Delikatessen aus ganz Frankreich. Zu den Höhepunkten im Rahmenprogramm des Weihnachtsmarktes zählten ein Eisbildhauer, ein von einer Rockmusikgruppe angeführter Laternenumzug, das Weihnachtskonzert des Chors „Ensemble Vocal du Rocher“ in der Kirche Saint-Jean Baptiste sowie der Besuch der beiden Nikoläuse aus Deutschland (Klaus Appel) und Frankreich.  Weihnachtsschmuck, Bier, Bratwürste, Glühwein oder Lebkuchen gibt es dort normalerweise nicht – das war auch ein Grund, warum viele Franzosen das deutsche Weihnachtszelt besuchten.


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