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Robert-Koch-Institut

Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA)

Das sind die für den Menschen am gefährlichsten gewordenen Stämme des Staphylokokkus aureus, da sie nicht mehr mit sogenannten beta-Lactamantibiotika bekämpft werden können. Darüber hinaus besitzen diese Stämme oftmals weitere Resistenzeigenschaften gegen verschiedene Antibiotikaklassen.

 

Es besteht der Verdacht, dass sich diese Resistenzen besonders auf Grund der unkontrollierten Anwendung der genannten Antibiotika in der Massentierhaltung entwickelt haben.Bisher traten diese resistenten Stämme vor allem in Krankenhäusern auf und verbreiten sich oft epidemieartig durch unzureichende Hygienemaßnahmen.

Community acquired (in der Bevölkerung erworbene) MRSA, kurz cMRSA

cMRSA sind Erreger aus der Gruppe der Methicillin-resistenten Staphylokokken, die allerdings vorwiegend außerhalb von Kliniken auftreten. Ihre Resistenzen sind weniger stark ausgeprägt als die der oben beschriebenen „normalen“ MRSA-Keime. Sie können neben reinen Besiedlungen auch Abszesse und nekrotisierende Pneumonien mit hoher Sterblichkeit verursachen.

 

In Europa treten diese Erregerarten noch nicht so häufig auf. Sie lassen sich momentan noch mit mehreren Antibiotika bekämpfen, die nur für die Bekämpfung sonst therapieresistenter Stämme ausschließlich beim Menschen verwendet werden sollten.

Staphylococcus aureus

Staphylococcus aureus ist ein kugelförmiges, grampositives Bakterium, das häufig in Traubenform angeordnet ist. Staphylokokken sind unbeweglich und bilden keine Sporen.

 

S. aureus kommt fast überall in der Natur, auch auf der Haut und in den oberen Atemwegen von 25 bis 30 % aller Menschen vor. Meist löst es keine Krankheitssymptome aus. Man spricht in diesem Falle von einer klinisch asymptomatischen Besiedlung oder Kolonisation der Person mit dem pathogenen Bakterium.

 

Bekommt das Bakterium durch günstige Bedingungen oder ein schwaches Immunsystem die Gelegenheit, sich auszubreiten, kommt es beim Menschen zu Hautinfektionen, Muskelerkrankungen, in ungünstigen Fällen auch zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündung, Endokarditis oder auch Sepsis.

 

 Falls diese Bakterien Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika erwerben, sind sie besonders schwer zu eliminieren und werden bei Übertragung auf Dritte auch für diese zur Gefahr.

Landes Arbeitsgemeinschaft Multi-Resistente Erreger (LARE)

Der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sowie andere antibiotikaresistente Erreger sind ein ernst zu nehmendes infektiologisches Problem, das alle Institutionen des Gesundheitswesens wie Kliniken, Praxen, Pflegeheime, Pflegedienste, Rettungs- und Transportdienste sowie das Personal verschiedener Gesundheitsfachberufe betrifft.

 

Es ist das Ziel der Lare, das Vorlommen von MRSA und anderen antibiotikaressistenten Erregern zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu verringern.

 

Unter Koordination des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG) und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurde am 3. Dezember 2008 in Oberschleißheim auf Basis eines Konsensusstatements ein landesweites Netzwerk zwischen Verbänden, Behörden und Universitäten zum Thema Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und andere antibiotikaresistente Erreger in Bayern gebildet.

 

Aufgabe des Netzwerks wird es unter anderem sein, spezifische Fragestellungen bezüglich des Umgangs mit multiresistenten Erregern im Bereich der medizinischen Versorgung interdisziplinär zu bearbeiten.

Weitere Informationen

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut empfiehlt einige Info-Blätter zum Thema.

Ihr Ansprechpartner

Stephan Leitschuh


Zwerchmaingasse 14

97437 Haßfurt

Telefon:

09521/27-421

Telefax:

09521/27-406

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