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Enge Kontaktpersonen und Verdachtspersonen

Neue Allgemeinverfügung Isolation tritt am 15.04.2021 in Kraft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten jetzt angepasste Kriterien für Kontaktpersonen von Infizierten.

Künftig wird nicht mehr in Kontaktpersonen der Kategorie 1 und Kategorie 2 unterschieden. Neu definiert hat das Robert Koch-Institut jetzt die Gruppe der „engen Kontaktpersonen bestätigter Fälle“. 

 

Wie zuvor die Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen sich enge Kontaktpersonen unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und dürfen diese weder verlassen, noch Besuch von haushaltsfremden Personen empfangen. Über den offiziellen Beginn der Quarantäne informiert Sie immer das Gesundheitsamt!  

Wer ist enge Kontaktperson?

Kontaktpersonen zu einem bestätigten COVID-19-Fall werden bei Vorliegen mindestens einer der folgenden Situationen als enge Kontaktpersonen (mit erhöhtem Infektionsrisiko) definiert:

  1. Enger Kontakt (weniger als 1,5m) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = Infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFp2-Maske)
  2. Gespräch (sogenannter "face-to-face-Kontakt", weniger als 1,5 m und unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske)
  3. Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für mehr als 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt ein Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske getragen wurde

Beispielhafte Konstellationen für enge Kontaktpersonen

  • Personen aus demselben Haushalt
  • Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines Falls, wie z.B. durch Küssen, Anhusten, Anniesen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund Beatmung, etc.
  • Personen, die infektiösen Aerosolen im Raum ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen ohne adäquate Lüftung). Hier bietet ein MNS/FFP2-Maske (außer im Gesundheitswesen/bei geschultem medizinischen Personal) keinen ausreichenden Schutz vor Übertragung
  • Personen, die auf einer Flugreise gegenüber einem bestätigten COVID-19-Fall exponiert waren, unabhängig vom Tragen eines MNS/FFP2-Maske:
    • Passagiere, die in derselben Reihe wie der bestätigte COVID-19-Fall oder in den zwei Reihen vor oder hinter diesem gesessen hatten, unabhängig von der Flugzeit.
    • Crew-Mitglieder oder andere Passagiere, sofern eines der oben genannten anderen Kriterien zutrifft (z.B. längeres Gespräch; o.ä.).
    • In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit entsprechender Daten und einer Bewertung durch die Behörden vor Ort wird empfohlen, eine Kontaktpersonennachverfolgung zu initiieren, wenn der Flug innerhalb der letzten 14 Tage stattgefunden hat (maximale Dauer der Inkubationszeit).
  • Optional (nach Ermessen des Gesundheitsamtes, auch im Hinblick auf die Praktikabilität): Personen mit Aufenthalt mit dem bestätigten COVID-19-Fall in einem Raum (auch für eine Dauer < 10 Minuten), oder schwer zu überblickende Kontaktsituation (z.B. Schulklassen, gemeinsames Schulessen, Gruppenveranstaltungen) und unabhängig von der individuellen Risikoermittlung

Wie erfahre ich, dass ich eine enge Kontaktperson bin?

Das Gesundheitsamt setzt sich telefonisch mit Ihnen in Verbindung.

 

Sollten Sie bereits anderweitig erfahren haben. dass Sie Kontakt zu einem positiven Coronafall hatten, treffen Sie bitte eigenständig Schutzmaßnahmen: Reduzieren Sie Ihre Kontakte, tragen Sie bei unvermeidbaren Kontakten ein FFP2-Maske und stellen Sie Ihre telefonische Erreichbarkeit sicher.

 

Bitte sehen Sie von Anrufen beim Gesundheitsamt ab, da das Bürgertelefon Ihnen keine Auskunft über Ihren Status geben kann.

Verhalten - Enge Kontaktperson und das Gesundheitsamt hat mich noch nicht darüber informiert

Treffen Sie in diesem Fall bitte eigenständig Schutzmaßnahmen. Reduzieren Sie Ihre Kontakte, tragen Sie eine FFP2 Maske und bleiben Sie telefonisch erreichbar. Wenn Sie sicher sind, dass die unter Punkt 1 geschilderten Merkmale einer engen Kontaktperson auf Sie zutreffen sprich, Sie engen Kontakt zum Infizierten hatten oder Sie selbst Symptome aufzeigen, dürfen Sie sich ohne Anweisung des Gesundheitsamtes in Quarantäne begeben. 
Über den offiziellen Beginn der Quarantäne informiert Sie immer das Gesundheitsamt!  
Eine Quarantäneentschädigung für Ihren Arbeitsausfall erhalten Sie, wenn Sie sich selbst in Quarantäne begeben haben, nur dann, wenn Sie tatsächlich eine enge Kontaktperson sind. In diesem Fall rückwirkend bis zum 1. Tag der selbstverordneten Quarantäne.    
Sollten Sie eine Kontaktperson der Kategorie II sein, sprich keinen engeren Kontakt zum Infizierten gehabt haben, erhalten Sie keine Entschädigung.  

Wer genau muss in Isolation, wenn eine Infektion bei einer Person nachgewiesen wurde? 

Zusätzlich zur positiv getesteten Person müssen die engen Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Veranlassung der Quarantäne obliegt dabei immer dem zuständigen Gesundheitsamt.  

Muss ich mich als enge Kontaktperson testen lassen?  

Das Gesundheitsamt bietet jeder engen Kontaktperson einen Test an und empfiehlt diesen dringend.

Wie werde ich über das Testergebnis informiert?

Die Mitteilung des Testergebnisses erfolgt digital direkt über das Labor – über die Corona-APP. Wer keine digitale Möglichkeit hat, erhält das Testergebnis per Post. Weil dies aber wesentlich länger dauert, empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgerinnen und Bürgern, sich die Corona-Warnapp aufs Handy herunter zu laden. Die Befundmitteilung über die App erfolgt innerhalb von spätestens 48 Stunden; per Brief kann dies bis zu fünf Tage dauern. Positive Ergebnisse werden den Betroffenen IN JEDEM FALL (auch) über das Gesundheitsamt mitgeteilt, denn damit verbunden sind die Informationen für die dann zwingend erforderliche Quarantäne. Allerdings kann es zwischenzeitlich sein, dass auch das Labor oder der Hausarzt positive Ergebnisse an die Betroffenen übermitteln.

 

Wer keine digitale Möglichkeit hat, erhält das Testergebnis per Brief. Sollte das Coronavirus nachgewiesen werden, nimmt das Gesundheitsamt bereits vorher telefonisch Kontakt mit dem Betroffenen auf. Zu diesem Zweck wird auch eine Telefonnummer abgefragt.

Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben?

Die Dauer der Quarantäne beträgt für enge Kontaktpersonen 14 Tage ab dem letzten Kontakt. Zum Ende der Isolation ist am 14 Isolationstag ein PCR-Test/Antigen-Schnelltest notwendig. Die Isolation endet NICHT automatisch mit Vorliegen des Testergebnisses!

Wie muss ich mich in der Quarantäne verhalten?  

In der Quarantäne dürfen Sie die häusliche Umgebung nur mit Zustimmung des Gesundheitsamts verlassen.

 

Bei akuten, dringend notwendigen Arztbesuchen muss der Arzt bzw. die Integrierte Leitstelle über die bestehende Isolation informiert werden und soweit möglich vorab eine Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erfolgen. Falls eine Rücksprache aufgrund der akuten Situation nicht möglich ist (z.B. Notarzteinsatz) muss eine Information an das Gesundheitsamt so bald wie möglich erfolgen.

 

Sie müssen während der 14 Tage nach dem Kontakt zur infizierten Person zweimal täglich Fieber messen und ein Tagebuch über die Fiebermessung und Symptome führen. Die Anfertigung des Fieber- und Symptom-Tagebuchs gilt für 14 Tage nach dem letzten Kontakt unabhängig von einer Quarantäneverkürzung.

 

Außerdem ist vorsorgliche eine Kontaktpersonenliste anzufertigen, die im Falle einer Infektion dem Gesundheitsamt zur Kontaktpersonennachverfolgung vorgelegt werden muss.

 

Sollten Sie mit anderen Personen zusammen wohnen, müssen Sie sich soweit wie möglich räumlich und zeitlich z.B. durch unterschiedliche Essenszeiten) voneinander trennen. Ein zeitweiser Aufenthalt auf einem zur Wohnung gehörenden Balkon oder Garten ist alleine gestattet.

 

Sollte eine räumliche und zeitliche Trennung nicht möglich sein, muss der Mindestabstand eingehalten werden. Zudem wird empfohlen einen Mund-Nasen-Schutz zu trägen, greifen Sie wenn möglich auf FFP2-Masken ohne Ausatemventil zurück. Beachten Sie außerdem die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln /regelmäßiges Händewaschen, regelmäßiges Lüften der Räume) sowie die oben stehenden Informationen „Erforderliche Unterlagen Isolation“. Für im Haushalt lebende Kinder müssen die Quarantäneregelungen altersentsprechend angepasst werden. Beispielsweise ist eine räumliche Trennung von Kindern und Eltern (und ggf. Geschwistern) im Haushalt nur einzuhalten, wenn sie für die Eltern vertretbar ist und vom Kind gut toleriert wird.

 

Häufiges Händewaschen, Einhaltung der Nies- und Hustenregeln, häufiges Lüften. 

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