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Allgemeine Information

Eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Planung muss sich auf eine völlig andere Bevölkerungszusammensetzung mit veränderten Bedürfnissen einstellen. Generell kann man feststellen, dass immer mehr Menschen bei guter Gesundheit ein hohes oder sogar sehr hohes Lebensalter erreichen.





Auf der einen Seite ist das für uns alle eine positive Zukunftsaussicht, auf der anderen Seite werden aber auch neue Fragen aufgeworfen:

  • Wie kann für die sehr viel größere Gruppe der älteren Generation eine gute Lebensqualität erhalten bleiben?
  • Wie kann die immer größer werdende Gruppe der älteren Generation an der Gesellschaft möglichst aktiv teilhaben?
  • Wie kann die Leitlinie "ambulant vor stationär" im Landkreis konkret umgesetzt werden?
  • Wie kann der gewünschte Verbleib in der gewohnten häuslichen Umgebung möglichst lange aufrecht erhalten werden?
  • Welche neuen Modelle für das Leben und Wohnen im Alter können im Landkreis etabliert werden?
  • Mit welchen Prioritäten sollen Weiterentwicklungen für die ältere Generation im Landkreis angegangen werden?

 

Diese und noch viele weitere Fragen soll das Seniorenpolitische Gesamtkonzept beantworten.

Von Juni 2010 bis November 2011 arbeitete der Landkreis Haßberge in Zusammenarbeit mit dem BASIS-Institut an der Erstellung eines solchen auf den Landkreis bezogenen Konzepts, das weit über eine reine Bestands- und Bedarfsfeststellung klassischer Angebote (ambulant, teilstationär, stationär) hinausgeht.

Die Erstellung eines Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts konnte aber nur mit einer aktiven Einbeziehung aller Akteure gelingen. Akteure sind zuallererst die Bürgerinnen und Bürger als Nutzer von Dienstleistungen und als Experten in eigener Sache. Auch die Anbieter von Leistungen (Wohlfahrtsverbände und Private), die beteiligten Ämter und natürlich die kreisangehörigen Städte, Märkte und Gemeinden sind wichtige Akteure vor Ort.

Durch die Arbeit in verschiedensten Planungsmodulen in den seniorenpolitisch relevanten Bereichen und die anschließende Zusammenführung der durchgeführten Arbeitsschritte wurde der Weg für ein regionales seniorenpolitisches Gesamtkonzeptes für den Landkreis Haßberge beschritten.


In Zusammenarbeit mit dem gebildeten Facharbeitskreis wurde vom BASIS-Institut für eine Seniorenbefragung ein zwölfseitiger Fragebogen erstellt. Durch speziell angepasste Fragebögen wird bei den ambulanten Pflegediensten, Tagespflegeeinrichtungen, vollstationären Dauereinrichtungen, Einrichtungen für Demenzkranke etc. und bei den 26 Kommunen des Landkreises die Ist-Situation in den Bereichen Pflege und Wohnen sowie Seniorenarbeit und Engagement erfasst.

 

Auf dieser Grundlage sowie basierend auf den Erkenntnissen, die aus der Befragung der älteren Generation und aus Experteninterviews gewonnen werden, wurde eine Fortschreibung der Pflegebedarfsplanung realisiert. Im Rahmen des Projekts wurde auf Grundlage vorhandener Prognosedaten auch eine angepasste Bevölkerungsprognose für den Landkreis erstellt, die zusammen mit den anderen Modulen des Planungsvorgangs als Grundlage für die Entwicklung eines seniorenpolitischen Maßnahmenkatalogs für den Landkreis Haßberge diente.

Als Ergänzung und Vertiefung der Planungsergebnisse des Jahres 2010 konnten im Frühjahr 2011 die Bürgerinnen und Bürger der einzelnen Kommunen zu Bürgergesprächen eingeladen werden. In Form von Werkstattgesprächen bestand ebenfalls die Möglichkeit, mit Vertretern der Wohlfahrtsverbände und der lokalen Anbieter der Altenhilfe eine vertiefte Auseinandersetzung und Erörterung der erfassten Defizite, Ressourcen und lokalen Spezifika zu betreiben.

Anders als bei herkömmlichen Altenhilfeplänen geht es beim Seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis Haßberge eben nicht nur um die reine Beschreibung der aktuellen Situation.

 

Ziel war eine umfassende Situationsanalyse auf der Grundlage der demographischen Entwicklung und der aktuellen Situation der Senioren sowie um die Darstellung zukunftsfester praxisorientierter Konzepte. 

 

Die relevanten Fakten, Analysen und Argumentationen wurden in einem Planungsbericht für die Fachöffentlichkeit, die Politik und die allgemeine Öffentlichkeit zusammengefasst, darüber hinaus war Ziel des Planungsprozesses die Darstellung geeigneter und umsetzbarer Maßnahmen in den seniorenrelevanten Bereichen vor Ort und zwar in Form eines Katalogs mit Maßnahmenvorschlägen und Handlungsbereichen, der Schwerpunkte und Handlungsfelder explizit und differenziert für den gesamten Landkreis und jede Kommune benennt.

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