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Geflügelpest im Landkreis Haßberge

Schutzmaßnahmen für den gesamten Landkreis Haßberge angeordnet: Allgemeine Stallpflicht erlassen

Im Landkreis Haßberge ist ein aktueller Fall von Geflügelpest (HPAI) – auch Vogelgrippe genannt – amtlich bestätigt: Bei drei Schwänen wurde das Geflügelpest-Virus vom Typ H5N8 vom nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut nachgewiesen. Die Tiere wurden tot am Großen Wörth, einem See südlich der Stadt Haßfurt aufgefunden.

 

Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Geflügelpest und insbesondere zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel werden deshalb im gesamten Landkreis Haßberge Schutzmaßnahmen angeordnet. Eine Ansteckung des Menschen über Wildvögel oder deren Ausscheidungen ist nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht bekannt geworden.

 

Das Landratsamt Haßberge hat eine Allgemeinverfügung (HIER klicken) erlassen, aus der die entsprechenden Schutzmaßnahmen hervorgehen.

 

Die Allgemeinverfügung tritt am 03.02.2021 in Kraft. Sie gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. Insbesondere wurde im Gebiet des Landkreises Haßberge eine allgemeine Stallpflicht erlassen.

Fragen & Antworten zur Geflügelpest

Was für eine Krankheit ist die Geflügelpest (Vogelgrippe, Aviäre Influenza)?

Die Aviäre Influenza ist eine Virusinfektion von Vögeln (lateinisch avis= Vogel) mit Influenza-A-Viren. Nach der Schwere der Krankheitserscheinungen unterscheidet man die Hochpathogene Aviäre Influenza (Highly pathogenic influenza, HPAI), auch Geflügelpest oder umgangssprachlich „Vogelgrippe“ genannt, und die Niedrigpathogene Aviäre Influenza (Low pathogenic influenza, LPAI). Die Erreger werden nach bestimmten Oberflächenantigenen als HxNy benannt. In der Region wurde nun aktuell der auch in Norddeutschland hauptsächlich auftretende Virustyp H5N8 nachgewiesen. Seuchenausbrüche mit Influenza-A-Viren der Subtypen H5 und H7 werden auf der Basis der Geflügelpestverordnung staatlich bekämpft.

Woher kommt die Geflügelpest?

Seit Ende September 2020 grassiert vor allem an der deutschen Nordseeküste, aber auch in anderen Teilen von Norddeutschland sowie an der niederländischen und belgischen Küste auf sehr dynamische Weise die Geflügelpest. Dabei zeichnen sich im besonderen hohe Verluste bei wildlebenden Wasservögeln deutlich ab.

 

Allein in Schleswig-Holstein wurden bis Weihnachten fast 16.000 tote und sterbende Wasservögel erfasst. Betroffen sind überwiegend Wildgänse, aber auch Wildenten, einzelne Schwäne, viele Limikolen (Watvögel), ferner Möwen, Reiher und immer wieder auch Greifvögel und einzelne Eulen. Greifvögel infizieren sich oftmals durch das Fressen von Aas verendeter Vögel.


In Norddeutschland kommt es außerdem vermehrt zu Seuchenausbrüchen in Hausgeflügelbeständen, das heißt betroffen sind u. a. Hobbyhaltungen als auch große gewerbliche Haltungen. Weiter südlich gab es bisher nur wenige Einzelnachweise bei Wildvögeln am Niederrhein, in Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und vereinzelt in Bayern.

Was sind die Symptome der Geflügelpest?

Die Hauptsymptome der Geflügelpest sind zunächst ein drastischer Rückgang der Futteraufnahme bei ansteigendem, später nachlassendem Wasserbedarf, bei Legetieren Einbruch der Legeleistung. Es folgen Apathie, Atemnot, Schwellung und Blauverfärbung der Kopfregion, Durchfall und Verhaltensstörungen als Anzeichen einer Gehirnbeteiligung. Die Sterblichkeit ist enorm hoch. Bei Wildvögeln werden die Tiere meist bereits tot aufgefunden. In der Regel erkranken Hühnervögel wie Haushühner und Puten schwer, während Enten, Gänse und Schwäne symptomlos infizierte Überträger sein können. Wie das aktuelle Seuchengeschehen zeigt, können jedoch auch Enten, Gänse und Schwäne schwer erkranken und an der Tierseuche sterben. Singvögel und Tauben erkranken gewöhnlich nicht an der Geflügelpest.

Ist Geflügelpest ansteckend für den Menschen oder Haustiere?

Bei den derzeit kursierenden Virustypen H5N8, H5N5 und H5N3 wurde bisher keine Übertragung auf den Menschen oder auf andere Tiere wie beispielsweise Hunde oder Katzen festgestellt. Für Hunde- und Katzenhalter ist jedoch immer eine gewisse Vorsicht geboten. Der Kontakt mit Kadavern sollte vermieden oder soweit möglich unterbunden werden (z.B. beim Ausführen von Hunden oder bei der Jagd). Es sollte stets die Möglichkeit der leichten und folgenschweren Übertragung auf Geflügelbestände bedacht werden, z.B. über die eigene Kleidung, die Schuhe oder auch über den Hund, der Kontakt zu einem Kadaver hatte.

 

Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung - sicher abgetötet wird.

Worauf müssen Geflügelhalter jetzt achten?

Der Landkreis Hassberge hat am 26.01.2021 eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Aufstallung und weitere Pflichten von Geflügelhaltern regelt. Link: Allgemeinverfügung

 

Zusätzlich und unabhängig von der Allgemeinverfügung gelten jederzeit die Inhalte der Geflügelpestverordnung. Link: Geflügelpestverordnung

Was tue ich beim Auffinden toter Wildvögel?

Das Veterinäramt Hassberge bittet, verendete Wildvögel nicht anzufassen und nicht mitzunehmen, sondern sich direkt an das Veterinäramt Haßberge, Tel: 09521-27-138 bzw. außerhalb der Dienstzeiten an die Mobil Nr: 0173 5422811 zu wenden.

 

Zu melden sind verendete Wasservögel jeder Art, außerdem Greifvögel, Eulen und Rabenvögel (einschließlich Elstern und Eichelhäher), außerdem Häufungen von Totfunden.

 

Nach dem Fund eines toten Singvogels oder einer toten Taube ist es nicht nötig, das Landratsamt oder die Feuerwehr zu informieren, da hier eine Erkrankung an Geflügelpest nicht zu erwarten ist. Diese Vogelarten können unter Einhaltung einer normalen Grundhygiene unschädlich beseitigt werden (Bsp.: beerdigen – nicht im Wasserschutzgebiet).

Rechtsgrundlagen
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