Kleidersee bei Augsfeld

Dauerhafte Empfehlung gegen das Baden im Kleidersee

Das Gesundheitsamt empfiehlt mit sofortiger Wirkung, dauerhaft vom Baden im Kleidersee südlich von Augsfeld abzusehen. Bei dem Kleidersee handelt es sich somit nicht mehr um ein Badegewässer. Ab der Badesaison 2026 wird der Kleidersee daher nicht mehr im Rahmen der EU-Badegewässerüberwachung kontrolliert. Eine regelmäßige amtliche Überprüfung der Wasserqualität entfällt damit künftig.

In den vergangenen Jahren litt der Kleidersee zunehmend unter einer wiederkehrenden Belastung mit verschiedenen Toxin-bildenden Cyanobakterien. 

Darüber hinaus kam es neben der gesundheitlichen Gefährdung durch die Cyanobakterien beim Kleidersee wiederholt trübungsbedingt zu einer erheblichen Verringerung der Sichttiefe. In Kombination mit einer häufigen Anwesenheit von größeren Algenansammlungen, die eine natürliche Orientierung im Wasser erschweren, erhöhte sich das Risiko für Unfälle wie Ertrinken erheblich. Besonders in den Sommermonaten, in denen der Badebetrieb am intensivsten ist, stellt diese Bedrohung eine ernsthafte Gefahr für die Sicherheit der Badegäste dar.

Das Landratsamt Haßberge, Gesundheitsamt, rät daher mit sofortiger Wirkung aufgrund der zu erwartenden fortbestehenden schlechten Wasserqualität des Sees und der damit einhergehenden Gesundheitsgefährdung dauerhaft vom Baden im Kleidersee Augsfeld ab (§ 8 BayBadeGewV; § 7 Abs. 2 BayBadeGewV i.V.m. § 16 Abs. 1 IfSG).

Dies hat zur Folge, dass der Kleidersee in Augsfeld nicht mehr als Badegewässer zählt, da das Abraten vom Baden auf Dauer also mindestens für eine ganze Badesaison (15.05 – 15.09. eines Jahres) erfolgt (§ 1 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 2 Nrn. 1 und 5 BayBadeGewV).

Am 23.12.2025 erteilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sein Einverständnis zur Abmeldung des Kleidersees als EU-Badegewässer zur Badesaison 2026.

In den vergangenen Jahren ist es wiederholt zu einer starken Belastung des Sees mit toxischen Cyanobakterien (Blaualgen) gekommen. Dabei haben Häufigkeit und Intensität der Algenblüten kontinuierlich zugenommen. Dies führte zu einer steigenden Anzahl sowie zu längeren Zeiträumen von Badeverboten. Toxinbildende Cyanobakterien können gesundheitliche Beschwerden wie Hautreizungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Atemwegsprobleme verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. Darüber hinaus kommt es infolge der starken Algenblüten zu einer erheblichen Trübung des Wassers. Die eingeschränkte Sichttiefe und größere Algenansammlungen erschweren die Orientierung im Wasser deutlich und erhöhen insbesondere in den Sommermonaten das Risiko von Badeunfällen. Nach fachlicher Einschätzung ist keine nachhaltige Verbesserung der Wasserqualität zu erwarten. Vor dem Hintergrund der dauerhaft unzureichenden Wasserqualität und der damit verbundenen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken wird daher dringend empfohlen, auf das Baden im Kleidersee zu verzichten und alternative Bademöglichkeiten im Landkreis zu nutzen.

Hinweis: Cyanobakterien sind auch für Hunde hochgiftig und können, besonders im Sommer, innerhalb weniger Minuten bis Stunden zum Tod des Hundes führen. Symptome einer Vergiftung, wie starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Muskelzittern und Lähmungen, treten oft rasch auf. Wir empfehlen daher Hunde nicht im Kleidersee baden zu lassen.