Interkommunaler Aktionstag „Politik braucht Frauen“
Gleichberechtigung ist, wenn Frauen in allen Gremien die Hälfte der Plätze besetzen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen, ihre eigenen Ideen entwickeln und umsetzen, ihr Lebensumfeld mitgestalten und über die Verwendung öffentlichen Geldes mitentscheiden. In den Kommunen hat Politik Bedeutung für das tägliche Leben. Direkt und unmittelbar. Hier lebt Demokratie vom politischen Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb braucht es politisch aktive Frauen, die sich einmischen.
Obwohl 51 Prozent der Bevölkerung weiblich sind, beträgt der Anteil der Frauen in den kommunalen Parlamenten nur rund 23 Prozent. Noch trauriger fällt die Bilanz bei der Anzahl von Bürgermeisterinnen aus. Nur 10 Prozent der Rathäuser werden von Frauen geführt. In den kommunalen Parlamenten sind Frauen in der Minderheit und müssen gegen Vorurteile kämpfen.
Seit nunmehr acht Jahren veranstalten die unterfränkischen Gleichstellungsbeauftragen nun schon den Aktionstag „Politik braucht Frauen“, mit dem Frauen nicht nur zur politischen Mitgestaltung motiviert werden sollen, sondern Ihnen auch wertvolles Handwerkszeug für ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Wirken in der Kommunalpolitik an die Hand gegeben wird.
Das Interesse der unterfränkischen Frauen für dieses Angebot der Gleichstellungsbeauftragten war in der Vergangenheit sehr hoch und die Veranstaltungen gut besucht. Neben den Vorträgen und Workshops ging es dabei auch um Austausch, Begegnung und Netzwerkbildung.
Darüber hinaus gibt es regelmäßige Treffen der Mandatsträgerinnen aus dem Landkreis Haßberge, die von der Gleichstellungsbeauftragten für den Landkreis Haßberge, Frau Christine Stühler, organisiert werden. Bei den Treffen geht es um überparteiliches Netzwerken, um den kooperativen und konstruktiven Austausch und um gegenseitige Unterstützung und Beratung.
Veranstaltungen
Neues Gruppencoaching stärkt Kandidatinnen im Landkreis Haßberge
Frauen sollen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – das ist das Ziel eines neuen, kostenfreien Gruppencoachings für politisch interessierte Frauen, das im Herbst im Landratsamt Haßberge in Haßfurt startet. Vier Samstagnachmittage lang lädt die Volkshochschule Landkreis Haßberge (VHS) gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Christine Stühler, und der politischen Trainerin Johanna Bamberg-Reinwand ein. Frauen, die bereits ein kommunalpolitisches Mandat anstreben oder darüber nachdenken, sind ebenso willkommen wie Frauen, die sich grundsätzlich für politische Gestaltung interessieren – unabhängig von Parteizugehörigkeit.
„Wir brauchen mehr Frauen in der Politik“, betont Christine Stühler. „Sichtweisen und Perspektiven von Frauen bereichern die Gremienarbeit. Denn Frauen können mehr. Frauen stehen nicht mehr nur für Kinder-Küche-Kirche, sondern auch für Kraft – Kompetenz – Köpfchen und: Kommunikation.
Ganz bewusst findet das Coaching im Sitzungssaal des Landratsamts Haßberge statt: ein Ort, an dem Entscheidungen fallen – und an dem Frauen künftig noch sichtbarer vertreten sein sollen. Für Teilnehmerinnen mit Kindern wird eine Betreuung angeboten, um Hürden abzubauen und in dem Bewusstsein, dass die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie besonders herausfordernd sein kann. Denn leider wird die Care-Arbeit zu Hause in Bezug auf Kinder oder zu pflegende Angehörige noch immer überwiegend von den Frauen geleistet.
Das Coaching wird geleitet von Johanna Bamberg-Reinwand, Diversity-Trainerin, feministische Coachin® – und selbst politisch aktiv. Sie weiß, wie viele Fragen Frauen sich stellen, bevor sie kandidieren, obwohl sie qualifiziert sind: „Der Zeitaufwand, die nötige Expertise – und auch: ‚Wollen wir uns das überhaupt antun?‘“, erzählt sie. „Politik hat keinen guten Ruf, der sinkende Frauenanteil in deutschen Parlamenten ist entmutigend. Aber ich möchte Zweifel nehmen, Ressourcen aktivieren, Vernetzung anstoßen – und ganz viel Stärkung vermitteln. Jede Frau ist wichtig in der Politik. Letztlich verändern wir etwas mit jeder Kandidatur, egal ob wir gewählt werden oder nicht.“
Die VHS Haßberge bietet dieses Projekt gemeinsam mit dem Landkreis Haßberge an. „Frauen sollen an allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Entscheidungsfindung teilhaben. Das fordern nicht nur die Vereinten Nationen in ihren Nachhaltigkeitszielen – auch wir wollen mit diesem Kurs aktiv dazu beitragen“, sagt Christian Ruser, der bei der Volkshochschule die Programmbereiche leitet. Er hat eigens Fördermittel für das Projekt eingeworben, um den Teilnehmerinnen eine kostenlose Teilnahme zu ermöglichen: „So profiliert sich die VHS weiter als Trägerin für politische Bildung – ein Bereich, den wir Stück für Stück ausbauen wollen.“
Die wichtigsten Infos auf einen Blick
- Ort: Sitzungssaal des Landratsamtes Haßberge
- Wann? 11.Oktober, 13. Dezember, 07. Februar und 11. April jeweils von 15–18 Uhr
- Kinderbetreuung möglich
- Kostenfrei
- Geplant für 12–16 Teilnehmerinnen
- Offen für alle Frauen – unabhängig von Parteizugehörigkeit
- Idealerweise Teilnahme an allen vier Terminen, um als Gruppe zusammenzuwachsen – aber kein Muss
- Anmeldung über: https://vhs.link/FrauenindiePolitik
Die Plätze sind begrenzt. Deshalb melden Sie sich frühzeitig an.
Fragen dazu beantworten gern Christine Stühler, Gleichstellungsbeauftragte Landkeis Haßberge unter 09521/27-655 oder per Mail unter gleichstellung@hassberge.de und Christian Ruser, vhs Landkreis Haßberge e.V. unter 09521/942012 c.ruser@vhs-hassberge.de