Aktionen im Fairtrade-Landkreis Haßberge
Haßfurt, Ganztagesstätte “Silberfisch” im Schulzentrum
Am 17.10.2025 fand die 3. Klimakonferenz des Landkreises Haßberge statt.
Weitere Informationen finden Sie unter: Klimakonferenz
Zeil am Main, Capitol Theater
Der Film-Kunst-Montag wurde im Rahmen der Erlebniswochen Zukunftsklima ausgerichtet.
Weitere Informationen finden Sie unter: Film-Kunst-Montag
Oberschleichach, UBiZ
Die Kleidertauschbörse & Workshop wurden im Rahmen der Erlebniswochen Zukunftsklima vom UBiZ Oberschleichach organisiert.
Weitere Informationen finden Sie unter: Kleidertauschbörse & Workshop
Haßfurt, Weltladen
Der Fairtrade Landkreis präsentiert sich am Stand des Weltladens.
Landkreis Haßberge, alle Schulen
Beschaffung von fair gehandelten Sportbällen: Der Landkreis Haßberge ist seit Mai 2024 als Fairtrade-Landkreis zertifiziert. Vor diesem Hintergrund soll u. a. auch die Beschaffung verschiedener Produktgruppen in unseren Einrichtungen auf eine nachhaltige und faire Beschaffung umgestellt werden. Ein Beispiel hierfür sind z. B. auch Sportbälle.
Zeil am Main, Schulküche
Beteiligung am UBiZ Kochworkshop “Lecker, Fair, Nachhaltig”
Zeil am Main, Mehrzweckhalle Tuchanger
Teilnahme der Weltläden und des fairen Landkreises
Haßfurt, Foyer des Landratsamtes Haßberge
Ausstellung im Rahmen der “Fairen Woche 2024”
Eltmann, Stadthalle
„Ab heute spielt der Landkreis Haßberge in der Champions League zusammen mit Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Dortmund und München. Diese Metropolen sind ebenfalls Fairtrade-Towns, beeinflussen Kaufentscheidungen und sorgen dafür, dass diejenigen, die uns täglich den Tisch decken, auch selbst satt werden.“ Mit diesen Worten überreichte der Ehrenbotschafter von „TransFair e.V.“ Deutschland, Manfred Holz, in der Stadthalle die „Urkunde zum Fairtrade-Landkreis“ an Landrat Wilhelm Schneider für den Landkreis Haßberge.
Bürgermeister Michael Ziegler verweis bei seiner Begrüßung mit Stolz darauf, dass Eltmann die erste Stadt im Landkreis mit dem Fairtrade-Siegel war und man versucht habe, den Gedanken dieser Idee weiter voranzutreiben. Auch die Bürgermeister der Lebensregion plus wollten zeigen, „dass es uns wichtig ist, wir nicht allein auf der Welt sind und deswegen als kleine Kommunen Verantwortung dafür tragen, dass unsere Welt trotz aller Probleme besser werden kann.“ Oft neigen wir zum Jammern, aber es gehe uns gut und sollten uns bemühen, dass es anderen besser gehe.
In Eltmann habe man für den „Fairtrade-Gedanken“ ein super Team. Dazu brauche man jemand, der engagiert vorangehe und das sei Elisabeth Müller-Förtsch. Zusammen mit ihrem Team hätten die Frauen ein „opulentes Frühstück“ gezaubert und dafür sprach er seinen Dank aus. Elisabeth Müller-Förtsch betonte, dass es beim „fairen Handel“ auch um Nachhaltigkeit und Umweltschutz gehe. Ebenso wichtig wäre es aber, die Frauen in den fremden Ländern mit ins Boot zu holen. Seit Corona „Faire Handel“ den Focus darauf gelegt, dass die Menschen vor Ort ihre Sachen anbauen und vermarkten.
Landrat Wilhelm Schneider zeigte sich begeistert von den vielen Teilnehmern und sprach von einem besonderen Tag, wenn der Landkreis offiziell als „Fairtrade-Landkreis“ zertifiziert werde. „Das heißt, wir wollen uns für einen gerechten Handel engagieren, damit Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika faire Preise für ihre Produkte erhalten“. Fairtrade wende sich gegen die Ausbeutung zumeist rohstoffreicher Länder der früher so genannten Dritten Welt durch Industrienationen und achte darauf, dass nicht international agierende Multis die Gewinne abschöpfen, sondern Produzenten und Arbeiter vor Ort vom Handel profitieren. Nur so könnten soziale Einrichtungen wie Schulen oder Gesundheitsstationen errichtet und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben gesichert werden.
Obwohl der Landkreis keine internationale Politik betreibe, wisse man seit längerem um den Leitspruch „global denken - lokal handeln“. Mit dem Beschluss im Kreistag habe man sich das Ziel gesetzt, als Fairtrade-Landkreis anerkannt zu werden. Viele Akteure im Landkreis hätten sich diesem Ziel verschrieben wie die drei Fairtrade-Towns, Schulen, Weltläden und auch Vereine und Kirchen. Die Auszeichnung sei somit Ausdruck der Wertschätzung dieses breiten Engagements von Bürgerschaft, Handel und Gastronomie sowie Schulen, Politik und Verwaltung.
Wichtig sei es, dass alle als Verbraucher ihren Beitrag leisteten, sich umstellen und weiter Überzeugungsarbeit leisten. Das hätten bisher die drei Fairtrade-Städte Eltmann, Haßfurt und Ebern getan. Bürgermeister Steffen Kropp aus Rentweinsdorf brachte dazu die aktuelle Nachricht mit, dass die Marktgemeinde ebenfalls „Fairtrade-Town“ sei. Landrat Schneider sprach den Wunsch aus: „Möge der Faire Handel in unserem Landkreis weiter Auftrieb erhalten und möge er einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten.“
Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz zeigte sich froh, dass der faire Handel schon seit Jahren enorme Kräfte, aber auch jede Menge Kreativität freisetze. „Auch hier in der Stadt ist ein geballtes Engagement für den fairen Handel vorzufinden und ich bin sehr beeindruckt.“ Nun habe auch der Landkreis alle 5 Kriterien geschafft nach dem Motto „Visionen ohne Aktionen bleiben eben Illussionen!“
Der faire Handel lebe vom Handeln. Als reiche Industrienation stünde man in der Pflicht, seinen konkreten Beitrag für den Frieden und gegen die Armut zu leisten, „denn die Reichen werden immer reicher und die Armen zahlreicher. Wenn auf der Welt so viel geteilt würde wie auf tik-tok, gäbe es keine Armut!“ 90% der Deutschen kennen das Siegel und etwa 5% hätten die fairen Kaffeebohnen. „Es ist schon interessant, dass viele Kaffeetrinker teure Kaffeemaschinen besitzen, aber billigen Kaffee trinken. Fair ist, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen.“
Nach den Corona-Jahren sei der Umsatz in Deutschland auf 2,6 Mrd Euro gestiegen, wobei jeder Bundesbürger auf 30 Euro im Jahr komme, während es in Österreich schon 66 Euro und in der Schweiz als Spitzenreiter 107 Euro wären. Kaffee, bei dem es über 300 faire Sorten von mild bis kräftig gebe, wäre mit 24 000 Tonnen das wichtigste Produkt. Daneben wären Kakao und Blumen die Wachstumstreiber. Jede 3. Rose werde schon fair gehandelt.
Botschafter Manfred Holz bezeichnete dabei das Kaufen nicht nur als wirtschaftlichen Akt, sondern auch als eine ethische Haltung. „Wir müssen einfacher leben, damit einfach alle überleben!“
Alle waren dann zu einem „fairen Frühstück“ eingeladen, zu dem auch die Landbäckerei Oppelt aus Untersteinbach, der Unverpackt-Laden Neubrunn, der Eine-Welt-Laden Eltmann sowie „Gittis Naturkostladen“ aus Eltmann einen Beitrag leisteten und die vielen Teilnehmer auch einmal etwas probieren konnten, was sie sonst nicht kennen und nicht alltäglich war. Als Geste des Dankes füllten sie eine Spendenbox für die „Tafel“.
[Bericht und Fotos von Günther Geiling]