Der Landkreis Haßberge investiert in Brücken und Straßen

Das Bild zeigt einen Blick auf die Mitglieder des Ausschusses Bau und Verkehr.

Landrat Michael Ziegler und die Mitglieder des Bauausschusses steuerten bei ihrer Rundreise 22 Stationen im Landkreis an.

Das Bild zeigt Mitglieder des Ausschusses Bau und Verkehr bei der Besichtigung der Brücke am Ortseingang von Unterhohenried.

Die Brücke am Ortseingang von Unterhohenried weist Rostschäden auf, ist laut Gutachter derzeit aber noch verkehrssicher.

Das Bild zeigt Marco Behringer, stellvertretender Leiter der Tiefbauverwaltung, beim Erläutern der Baumaßnahme an der HAS 46 bei Goßmannsdorf, wo auf rund 2,1 Kilometrn ein Geh- und Radweg entsteht.

Marco Behringer, stellvertretender Leiter der Tiefbauverwaltung, erläutert die Baumaßnahme an der HAS 46 bei Goßmannsdorf.

Ausschuss für Bau und Verkehr nahm den Zustand der Kreisstraßen unter die Lupe

Mehr als acht Stunden war der Ausschuss für Bau und Verkehr des Kreistages Haßberge im Bus unterwegs. Auf über 150 Kilometern durch den Landkreis steuerte er gemeinsam mit Mitarbeitern der Verwaltung 22 Stationen an, um sich ein Bild vom Zustand der Kreisstraßen und von Baumaßnahmen zu machen. Mit dabei waren auch Landrat Michael Ziegler und Alfons Schanz, Leiter der Tiefbauverwaltung. Für Schanz war es die neunte und zugleich letzte Straßenbereisung in dieser Funktion, da er in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht.

Gleich zu Beginn stand die Brücke am Ortseingang von Unterhohenried auf dem Programm. Sie wurde laut Schanz bislang nie saniert und weist Rostschäden auf. Laut Gutachter sei sie derzeit noch verkehrssicher. Sollte sich ihr Zustand weiter verschlechtern, könne die Nutzungsdauer durch eine einspurige Verkehrsführung verlängert und so Zeit bis zur Sanierung gewonnen werden.

In Kreuzthal besichtigte der Ausschuss die Ende 2025 abgeschlossene Sanierung der Ortsdurchfahrt. Auf rund 260 Metern wurde die HAS 8 erneuert. Parallel dazu modernisierte die Gemeinde die Kanalisation und ließ Glasfaserleitungen mitverlegen. Die förderfähigen Kosten für den Straßenausbau betrugen 601.000 Euro, davon trug der Landkreis 181.000 Euro.

Bei der geplanten Maßnahme an der HAS 35 zwischen Aidhausen und Happertshausen sind die Planungen ins Stocken geraten. Der Ausbau soll im Ort bis zu der Altbaugrenze nach der Nassachbrücke reichen. Dabei ist eine Verlegung der Nassach vorgesehen und der einmündende Goldbach soll einen eigenen Durchlass bekommen. Wegen schwieriger Grundstücksverhandlungen ist derzeit nicht sicher, ob die Arbeiten wie geplant 2027 beginnen können.

Bei Goßmannsdorf besichtigte der Ausschuss die laufenden Arbeiten an der HAS 46. Marco Behringer, stellvertretender Leiter der Tiefbauverwaltung, erläuterte, dass neben dem Straßenausbau auf rund 2,1 Kilometern ein Geh- und Radweg entsteht. Ursprünglich war dieser entlang der B 303 angedacht, die nun gewählte Trasse bietet jedoch eine bessere Verbindung aus Goßmannsdorf. Die Arbeiten sollen bis Mitte Dezember diesen Jahres abgeschlossen sein. Das Gesamtvolumen beträgt 4,66 Millionen Euro, rund 2,1 Millionen Euro trägt der Landkreis.

In Kraisdorf führte ein Halt zur Brücke über die Baunach. Das 1979 errichtete Bauwerk weist Fahrbahnschäden auf, auch die Lager befinden sich laut Schanz nicht mehr in ihrer Solllage. Die Substanz sei jedoch gut, ein Ersatzneubau nicht notwendig. Die Sanierung ist von April bis November 2027 unter Vollsperrung vorgesehen. Eine einspurige Verkehrsführung ist nicht sinnvoll und würde laut Schanz Kosten und Bauzeit erhöhen.

Zurück im Kreisbauhof befasste sich der Ausschuss mit dem Ausbauplan. Neu aufgenommen wurde die HAS 16 in Sand. Im Zuge der Arbeiten an der Hauptstraße soll auch ein rund 50 Meter langer Abschnitt der Zeller Straße erneuert und die Bushaltestelle modernisiert werden.

Diskussionen gab es um die HAS 49 zwischen Brünn und Bischwind am Raueneck. Die rund 4,40 Meter breite Fahrbahn besteht größtenteils aus Betonplatten, deren Unebenheiten für eine entsprechend holprige Fahrt sorgen. Im Ausbauplan ist die Strecke bei den Maßnahmen ab 2031 eingeordnet. Harald Pascher (FDP) bezeichnete sie als wohl schlechteste Straße im Landkreis. Pascher und auch Klaus Schineller (Grüne) sprachen sich für eine frühere Sanierung aus. Landrat Michael Ziegler verwies auf die schwierigen Haushaltsplanungen und die notwendige Priorisierung. Als Kompromiss schlug Schanz vor, bis zur nächsten Straßenbereisung ein Sanierungskonzept mit möglichen Varianten und Kosten auszuarbeiten.

Autor: Christian Licha