Gewissheit durch Früherkennung

Das Bild zeigt Diana Hentschel und eine Frau bei einem Demenz-Screeningtest.

Diana Hentschel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt digiDEM Bayern, bei einem Demenz-Screeningtest.

Demenz-Screeningtag am 22. September im Landratsamt Haßberge. Anmeldung für den kostenlosen Test ist notwendig.

Im Rahmen der 7. Bayerischen Demenzwoche findet am Dienstag, 22. September, von 9.00 bis 16.00 Uhr im Landratsamt Haßberge in Haßfurt ein Demenz-Screeningtag statt. Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Haßberge und Umgebung können dort ihre Gedächtnisleistung kostenfrei und mithilfe eines wissenschaftlichen Kurztests überprüfen lassen. Dazu lädt digiDEM Bayern, das Digitale Demenzregister Bayern, gemeinsam mit der Pflege- und Wohnberatungsstelle des Landratsamts Haßberge ein. Das Testangebot richtet sich an Menschen ab 65 Jahren, die bei sich selbst eine Verschlechterung des Gedächtnisses wahrgenommen oder bei denen nahestehende Personen ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit bemerkt haben.

Demenzerkrankungen werden nach wie vor zu wenig diagnostiziert. Einer deutschen Studie zufolge leben 60 Prozent der an Demenz Erkrankten ohne eine gesicherte Diagnose. Gleichzeitig wird die Demenzdiagnose meist sehr spät und häufig erst bei fortgeschrittener Symptomatik gestellt. Dabei ist es für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und deren An- und Zugehörigen von großer Bedeutung, frühzeitig Gewissheit zu haben: „Je früher eine Demenz erkannt wird, desto früher lernen Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen mit den Krankheitssymptomen umzugehen und desto früher können Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in die Wege geleitet werden", erklärt Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas. Der Neurologe ist einer der Projektleiter von digiDEM Bayern.

Kostenfreier wissenschaftlicher Kurztest

Deshalb sind sogenannte Demenz-Screeningtage wichtig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die kurzen Anfahrtswege zu nutzen und ihre Gedächtnisleistung testen zu lassen. Der kostenfreie wissenschaftliche Kurztest inklusive kurzer Beratung dauert 15 bis 20 Minuten und wird in einem geschützten Raum durchgeführt. Der Screeningtest ersetzt zwar keine umfassende ärztliche Diagnose, liefert aber erste Hinweise darauf, ob eine weitere Abklärung notwendig ist.

Anmeldung ist erforderlich

 Wer seine Gedächtnisleistung überprüfen lassen möchte, wird gebeten, sich vor dem Demenz-Screeningtag anzumelden. Anmeldungen sind bei der Pflege- und Wohnberatungsstelle des Landkreises Haßberge unter der Telefonnummer 09521 27-396 oder per E-Mail an psp@hassberge.de möglich. Interessierte, die beim Sehen und Hören eingeschränkt sind, werden dringend darum gebeten, ihre Seh- und Hörhilfen mitzubringen. Ohne diese Hilfsmittel kann der Gedächtnistest nicht durchgeführt werden. Das Ziel von digiDEM Bayern ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren pflegenden An- und Zugehörigen nachhaltig zu verbessern. Gefördert wird digiDEM Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP).

Über digiDEM Bayern 

 digiDEM Bayern baut ein digitales Demenzregister für Bayern auf, um den Langzeitverlauf der Erkrankung besser zu verstehen und die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörigen in ganz Bayern zu verbessern. Dafür werden Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Demenz und ihre pflegenden An- und Zugehörigen zu ihrer Situation systematisch befragt. 

 Mit mehr als 3.500 Teilnehmenden aus ganz Bayern hat das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) mittlerweile einen Rekordstand erreicht (Stand 04.05.2026). Damit ist digiDEM Bayern das größte Demenzregister in Deutschland und gehört im Bereich Demenzforschung zu einem der umfangreichsten Projekte zur Erfassung von Langzeitdaten in der Europäischen Union (EU). 

 Im Bereich Demenzfrüherkennung führt digiDEM Bayern bayernweit Demenz-Screeningtage durch. Bei den regionalen Demenz-Screeningtagen können Interessierte direkt vor Ort ihre Gedächtnisleistung überprüfen lassen – kostenfrei und mit Hilfe eines wissenschaftlichen Kurztests. Seit Sommer 2022 haben sich an 247 Testtagen bayernweit rund 6.500 Personen testen lassen (Stand 04.05.2026). 

 Darüber hinaus entwickelt digiDEM Bayern digitale Angebote für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Demenz sowie für pflegende An- und Zugehörige und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. So gibt es zum Beispiel die „Angehörigenampel“, einen kostenlosen, anonymen Selbsttest, der pflegenden An- und Zugehörigen mittels gezielter Fragen den Grad ihrer persönlichen Belastung anzeigt und ihnen damit einen Anstoß zur Veränderung der Lebenssituation gibt. Zu den weiteren digitalen Angeboten gehören unter anderem die digitale digiDEM Bayern Demenzbibliothek®, der digitale Präventionscoach, ein Hörtest, ein Wissenstest Demenz, ein Online-Fragebogen, mit dem nahestehende Personen von Betroffenen deren kognitiven Abbau einschätzen können, der Online-Fragebogen digiDEM Bayern DEMAND® sowie der Science Watch-Newsletter.

 digiDEM Bayern ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, des Universitätsklinikums Erlangen und des Innovationsclusters Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) im Rahmen des Masterplans „BAYERN DIGITAL II“. Mehr Infos: https://digidem-bayern.de