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Verleihung des Kunstpreises des Landkreises Haßberge 2018 sowie des Publikumspreises

Der Landkreis Haßberge hatte Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich zu dem Thema REGIONALREFLEXIONEN künstlerisch auszudrücken und sich mit diesen Werken zu bewerben.

Die Künstlerin Gabi Weinkauf mit Renate Ortloff vor der preisgekrönten Installation "Vergessen".

Der Kunstpreis des Landkreises Haßberge, mit dem auch ein Publikumspreis verbunden ist, wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 2.000 EUR dotiert.

 

Aus den zahlreichen Bewerbungen wurden dreizehn Künstlerinnen und Künstler von einer Fachjury für diese Ausstellung und somit zur Bewerbung um den Kunst- und Publikumspreis des Landkreises Haßberge ausgewählt. Die Künstlerinnen und Künstler, die aus ganz Franken stammen, zeigten mit ihren insgesamt 26 Werken ihre Bearbeitung zu dem Thema REGIONALREFLEXIONEN.

 

Von folgenden Künstlerinnen und Künstlern waren die Werke zu bestaunen:

Hans Doppel (Haßfurt), Henrike Franz (Erlangen), Adelbert Heil (Bamberg), Kathrin Hubl (Oerlenbach), Martin Rehm (Altenkunstadt), Peter Schoppel (Gundelsheim), Michaela Schwarzmann (Eggolsheim), Werner Tögel (Großenseebach), Anita Tschirwitz (Schwanfeld), Christa Varadi (Nürnberg), Isa Wagner (Garstadt), Gabi Weinkauf (Güntersleben) und Katja Wunderling (Nürnberg).

 

Vier Wochen lang konnten im barocken Schloss Oberschwappach, Gemeinde Knetzgau, in einer großzügigen und würdigen Umgebung, die Kunstwerke betrachtet und durch Führungen erschlossen werden.

 

Aus diesen 26 Werken wurde wiederum von einer fünfköpfigen Fachjury der Preisträger für den Kunstpreis des Landkreises Haßberge ermittelt.

 

Neben dem Kunstpreis wurde auch der Publikumspreis vergeben. Dieser wurde von den Besuchern der Ausstellung ausgewählt. Der Publikumspreis wurde von der Firma BENKERTBÄNKE gesponsert und ist mit 500 EUR dotiert.

 


Der Kunstpreis des Landkreises Haßberge 2018 wurde für die Installation „Vergessen" an die Künstlerin Gabi Weinkauf verliehen.

 

In der Laudatio von Herrn Dr. Matthias Liebel heißt es dazu:

„Diese massive, beinahe wuchtige Installation besteht aus einer bündig zusammengepackten Übereinanderschichtung von Weidenruten, die nicht nur durch die Schönheit des Materials an sich die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken, sondern die zugleich auf das Erbe des Korbmacherhandwerks anspielen, das in der fränkischen Mainregion auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickt."

 

Weiter führt er an: „Die Weidenruten, die Gabi Weinkauf für ihren Wettbewerbsbeitrag in gebündelter Schichtung zum Einsatz bringt, stammen aus der ehemaligen Werkstatt des verstorbenen Schwiegervaters der Künstlerin. Der Titel „Vergessen" bezieht sich dabei sowohl auf das aussterbende Handwerk des Weiderutenflechtens als auch auf das Verblassen der Erinnerungen an die Menschen, die sich einst diesem Metier als Beruf verschrieben hatten. Schließlich wird auch auf den sukzessiven Untergang der infrastrukturellen Besonderheiten, die das Korbflechterwesen einst mit sich brachte: von der land- und forstwirtschaftlichen Pflege der Weidenbestände entlang der Mainauen, über die besonderen baulichen Dispositionen der Lager- und Handwerksräume der Korbmacherhäuser bis hin zu den Zusammenschlüssen von Flechthandwerkern in Zünften und Gilden, mit all ihren sozialen und kulturprägenden Auswirkungen auf das örtliche bzw. regionale Gemeinwesen verwiesen. Das Aufschichten von Weidenruten-Bündeln ganz ähnlich, wie sie vor Jahrzehnten noch ein vertrautes Bild in den Korbmacher-Regionen gewesen waren, versteht die Künstlerin in diesem Sinne als Sichtbarmachung wider das Vergessen.

Dieser ausgeprägte Regionalbezug war es, der die Jury überzeugte." ?

 

Den Publikumspreis für das Kunstwerk „Lebensstufen" erhielt der Künstler Hans Doppel.

 

Die Holzskulptur „Lebensstufen" befasst sich mit dem immer wiederkehrenden Themenkreis von Hans Doppel: dem Werden und Vergehen. Die aus Pappelholz angefertigte Brücke zeigt mit ihren Rundungen, Ecken und Kanten, mit ihren unterschiedlichen Stufenhöhen und -tiefen den Weg des Lebens. „Es sind sowohl die Leichtigkeiten als auch die Unwägbarkeiten und Hindernisse darin symbolisiert," so der Laudator Dr. Matthias Liebel.

Die Inhalte, mit denen sich Hans Doppel in seinen Arbeiten immer wieder auseinandersetzt, behandeln überwiegend den Kreislauf des Werdens und Vergehens, den Zusammenhang von Leben und Sterben. Auch zeitliche Ablaufprozesse, wie etwa „Verwitterung" oder „Transmutation" sind seine Themen.

Für die Besucher der Ausstellung war dieses Objekt das „Lieblingswerk", das die meisten Stimmabgaben erhielt.

 

Die in einer Wahlurne abgegebenen Stimmen für den Publikumspreis zeigte, dass die Ausstellung den Geschmack der Besucher getroffen hatte. So bekamen alle Künstlerinnen und Künstler Stimmabgaben. Alle Werke dürfen als „Lieblingswerk" bezeichnet werden.

 

Daneben wurde aus allen abgegebenen Stimmen ein Gewinner ermittelt, der als Dank für die Teilnahme einen Präsentkorb, gefüllt mit regionalen Produkten, erhielt. ?

 

Einige Besucher hatten sich schriftlich geäußert, warum sie das von ihnen gewählte Werk favorisiert hatten. Hier einige Textbeispiele:

 

„Sehr eigene ansprechende Ästhetik und Technik."

"Wegen der Schönheit der filigranen Monumentalität…."

„Trifft den Zeitgeist."

„Ästhetisch und inhaltlich überzeugend."

„Sehr witzig. Leider sehr zutreffend."

„Ein sehr ansprechendes Werk. Es regt zum An- und Nachdenken an."

„Die Idee ist gut. Hoffentlich einst Realität im öffentlichen Raum."

„Trifft mit Punktlandung das Thema und formuliert eine treffliche kulturpolitische Aussage."

Und zum Schluss noch die Meinung des achtjährigen Lorenz, warum ausgerechnet das sein Lieblingswerk ist: „Ich sticke gerne und finde diese Technik ganz toll!"

 

„Diese Beispiele zeigen, dass sich die Besucher intensiv mit den Werken beschäftigt haben. Sie haben die Aussagekraft auf sich wirken lassen, haben sich mit den Kunstwerken auseinander, ja sogar, hinein versetzt. Und das ist ein schöner Erfolg für diese Ausstellung", so Landrat Wilhelm Schneider in seiner Ansprache.

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