German
English
French
Polish
Swedish

Kita-Qualität aus Kindersicht

Fortbildungsveranstaltung fand im Landratsamt Haßberge statt.

Die Fortbildungsveranstaltung „Qualität von Kindern gedacht“, die am Landratsamt in Haßfurt stattfand, stieß auf großes Interesse. Foto: Christiane Reuther

Die Fortbildungsveranstaltung „Qualität von Kindern gedacht", die am Landratsamt in Haßfurt in Kooperation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Münchener Büros des Bundesprogramms „Qualität vor Ort" als Tagesseminar stattfand, stieß auf großes Interesse. Leitungskräfte aus Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Behörden, Verbänden, Organisationen und Kirchen brachten ihr Interesse zum Ausdruck, um sich für den Bereich der frühkindlichen Förderung und Bildung neue Impulse für ihre weitere Arbeit zu holen.

 

„Was macht eine Kita für Kinder zu einer guten Kita?" Das wollte die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) mit einer ungewöhnlichen und explorativen Studie herausfinden. In ihrem Auftrag reiste ein Forschungsteam ein halbes Jahr durch die Republik, um diejenigen zu fragen, die sich damit am besten auskennen: die Kinder selbst. „Kinder werden zunehmen als aktive Mitgestalter von Forschungssituationen anerkannt, die in ihren Rechten und Kompetenzen ernst genommen werden müssen", erklärte DKJS-Programmleiter Michael Schröter. Ihm war es ein besonderes Anliegen, die Teilnehmer über die Studie ins Gespräch zu bringen, um die daraus resultierenden Ergebnisse zu betrachten, sie auszuwerten und auf die jeweiligen Aufgaben, Fachgebiete oder Tätigkeiten zu übertragen. Im Programm „Qualität vor Ort"wird der Perspektive von Kindern Raum gegeben: „Gute Qualität in der frühen Bildung kann nicht nur an Bildungsmaßstäben der Erwachsenengeneration gemessen werden und kein Konzept sollte an den Interessen von Kindern vorbei gedacht werden", sagte der Programmleiter.

 

In seinen Grußworten brachte Landrat Wilhelm Schneider zum Ausdruck, dass für ihn die Qualität der Betreuung in seinen Kindheitstagen wichtig war. Dazu zählten oftmals einfache Sachen, wie mit Freunden herumzutoben oder auch mal einen Streich auszuhecken. „Alles Sachen, die sich einfach anhören und die man als Erwachsener gar nicht mehr so bewusst oder anders wahrnimmt", sagte der Landrat. Seiner Meinung nach würde es nicht schaden, die Welt öfter mal aus Sicht der Kinder zu betrachten, weil dies zum Teil ganz neue Perspektiven eröffnen würde. Umso mehr begrüßte Schneider die Idee, dass man die Interessen der Kinder berücksichtigt, wenn es um gute Qualität in Kindertagesstätten geht. Im Landkreis habe man laut Schneider in Kooperationen mit Bundesprogrammen bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Landrat ging näher auf das Familienzentrum am Landratsamt ein. Hier konnte man über das Bundesprogramm „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung" realisieren.

 

Durch den Tag führte Moderator Frank Alibegovic. Die Vorstellung der Studie erfolgte durch Bastian Walther, Mitarbeiter des Instituts für Demokratische Entwicklung und soziale Integration (DESI), der an der Durchführung der Studie aktiv beteiligt war. Die von den vier bis sechsjährigen Kindern zum Ausdruck gebrachten Dimensionen von „guter" Kita-Qualität stellen sich als höchst differenziert und anspruchsvoll dar. Wichtige Punkte der Studie sind die Individualität und Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, das Kompetenzerleben und die Möglichkeit, Selbst- und Mitbestimmung zu erfahren. Die Vorstellung von „guter" Qualität leitet sich bei den Kindern oftmals aus ihren Erfahrungen und Gefühlen. Neben der Vorstellung zentraler Ergebnisse aus der Explorationsstudie und den daraus resultierenden Empfehlungen gab der Referent auch Einblicke in die Studienumsetzung sowie den daraus resultierenden Herausforderungen und Überraschungen. In Kleingruppen bestand zudem die Möglichkeit, zu einzelnen Aspekten der Studie „Qualität aus Kindersicht" in den Austausch zu kommen und über deren Relevanz sowie der praktischen Umsetzung zu diskutieren, um abschließend die Ergebnisse im Plenum zusammenzufassen. Eine Diskussionsrunde, in der es vor allem darum ging, wie es gelingt, auf allen Ebenen gemeinsam Strukturen für die Umsetzung in der Praxis zu schaffen, rundete den Tag ab.

 

Autorin: Christiane Reuther

Seite drucken