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Das Mobilitätskonzept für den Landkreis Haßberge steht kurz vor der Fertigstellung

Zu Beginn des Jahres hat das IGES Institut aus Berlin mit ersten Untersuchungen für das Mobilitätskonzept des Landkreises Haßberge gestartet.

Zielsetzung bei der Erstellung des Konzeptes war es, Lösungen für die Verbesserung des Mobilitätsangebotes im Landkreis unter Beachtung ökonomischer und ökologischer Belange zu finden. Diese sollen dazu beitragen, die Region weiter zu entwickeln und die Lebensqualität der Bewohner im Landkreis zu erhöhen. Weiterhin sollten die Ergebnisse des Nahverkehrsplans, der noch im Dezember beschlossen wird, in das Mobilitätskonzept mit einfließen. Für die Konzepterstellung stehen LEADER-Fördermittel zur Verfügung.

 

Am Donnerstag, 13. Dezember 2018, wurde das Mobilitätskonzept im Sitzungssaal des Landratsamtes Haßberge durch die Vertreter des IGES Institutes, Christoph Gipp und Renè Kämpfer, präsentiert. Landrat Wilhelm Schneider machte in seiner Begrüßung deutlich, dass man nach Lösungen suche, die alternativ und flexibel zu den bisherigen sind, um so einzelne Bedürfnisse besser decken zu können. 

 

Christoph Gipp gab einen Rückblick auf Hintergrund und Ziele des Mobilitätskonzeptes, bevor er die Ergebnisse vorstellte. Durch die Auswertung relevanter Datenquellen, eigenen Untersuchungen sowie Experten- und Bürgermeistergesprächen konnten Defizite im Mobilitätsangebot erfasst werden. Zur Einbindung der Bevölkerung wurde im Zeitraum von April bis Juli 2018 eine Erhebung zum Mobilitätsverhalten durchgeführt. Weiterhin fanden insgesamt vier Workshops und zwei Regionalkonferenzen mit regionalen Akteuren und Bürgern statt, um Lösungsansätze für die zukünftige Mobilität im Landkreis zu erfassen, festzulegen und zu konkretisieren.

 

Im Fokus der Ergebnisse liegen fünf Leitprojekte, die vorrangig umgesetzt werden sollen. Ein Leitprojekt zur besseren Vernetzung sind Mobilitätsstationen und E-Autos. An sogenannten Mobilitätsstationen oder Verknüpfungspunkten soll der Umstieg zwischen einzelnen Verkehrssystemen erleichtert werden. Dies soll durch Aufwertung der Infrastruktur geschehen, beispielsweise durch das Aufstellen verschließbarer Fahrradständer. Durch die Anschaffung von „Dorfautos“, möglichst Elektrofahrzeuge, sollen die Bürger in den Gemeinden bedarfsgerecht mobiler werden. Der Begriff „Dorfauto“ steht dabei für ein Car-Sharing-Fahrzeug, das Bürgern, manchmal auch den Kommunalverwaltungen als Dienstfahrzeug, zum Mieten zur Verfügung steht. 

 

Als weiteres Leitprojekt angeführt wurden öffentliche Freizeitlinien, konkret ein Burgenwinkel-Express und ein Express Nördlicher Steigerwald. Diese bringen Wanderer, Radfahrer und andere Erholungssuchende dann zu den Sehenswürdigkeiten im Landkreis. Eine grenzüberschreitende und CO2-neutrale ÖPNV-Verbindung Ebern – Bad Rodach wurde als weiteres Leitprojekt vorgestellt. Ebenso benannt als Leitprojekt wurden Mobilitätstrainings im Landkreis Haßberge, um den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern. Spezielle Schulungsprogramme sollen zum Beispiel helfen, sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen, die Fahrpläne zu lesen und das richtige Ticket zu lösen.

 

Als fünftes Leitprojekt aufgeführt wurde das Betriebliche Mobilitätsmanagement im Landkreis Haßberge, das es Arbeitskräften ohne Führerschein oder Fahrzeug erleichtern soll zu ihrer Arbeitsstelle und zurück zu gelangen. Insbesondere Auszubildende sollen dadurch mobiler werden, um ihre Ausbildungsbetriebe zu erreichen.

 

Zu Beginn des Jahres 2019 wird die endgültige Fassung des Mobilitätskonzeptes vorliegen. Hinsichtlich der Leitprojekte ist eine zeitnahe Umsetzung das Ziel. Voraussetzung dafür ist die Festlegung der Projektträger und die Klärung der Finanzierung. Landrat Wilhelm Schneider verweist in diesem Zusammenhang auf das Regionalmanagement und die Wirtschaftsförderung im Landkreis, die die Projekte anstoßen wollen.  

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