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Damit es im Landkreis auch 2019 wieder blüht

Der Landkreis Haßberge engagiert sich seit 30 Jahren im Arten- und Biotopschutz.

Purpurklee und Färberginster auf einem Trockenstandort.

Alljährlich werden Biotopflächen vom Landkreis Haßberge gepflegt. Die Pflegemaßnahmen dienen dem Erhalt der heimischen Artenvielfalt und sind ein Teil der Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.

 

Im Jahr 2018 wurden vom Landkreis 153 Landschaftspflegemaßnahmen auf 187 Hektar Biotopflächen in Auftrag gegeben, die von von Landwirten, meist Mitgliedern des Maschinenrings Haßberge, ausgeführt wurden. Die Pflegesaison beginnt im Juni und geht bis November. Einzelne Arbeiten ziehen sich bis in den Februar des nächsten Jahres.

 

Eine spezielle Artenschutzmaßnahme findet bereits im zeitigen Frühjahr statt. Zur Amphibienwanderung werden jährlich an neun Standorten entlang von Straßen im Landkreis auf insgesamt rund drei Kilometern Länge mobile Amphibienschutzzäune von Landwirten errichtet und nach Ende der Wanderung wieder abgebaut. Finanziert werden die Arbeiten über Fördergelder des Freistaates Bayern, die sogenannte Landschaftspflege und Naturparkrichtlinie (LNPR). Der Landkreis erhält daraus zwischen 70 und 90 Prozent Förderung.

 

Der überwiegende Teil der Landschaftspflegearbeiten findet entlang des „Haßbergtraufs“, dem südlichen und westlichen Anstiegs der Haßberge, zwischen Stettfeld und Nassach statt. Hier reihen sich an den besonnten Süd- u. Westhängen blütenreiche Halbtrockenrasen und Wiesenflächen aneinander. Aber auch Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und weitere wertvolle Biotopflächen, verteilt über den gesamten Landkreis, werden jährlich gepflegt.

 

Ein besonderer Schwerpunkt der Pflegemaßnahmen lag in den letzten vier Jahren auf den Offenlandflächen des Ehemaligen Standortübungsplatzes Ebern, die nach der Aufgabe der Nutzung stark verbracht waren. Ohne die regelmäßige Mahd wäre der Blütenreichtum schnell dahin. Es würde sich ein dicker Altgrasfilz bilden, der das Wachstum und die Blüte der zahlreich vorkommenden Kräuter verhindert. Gebüsche würden sich durchsetzen und es würde sich letztlich Wald als natürliches Endstadium entwickeln.

 

Die Landschaftspflegemaßnahmen finden auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen statt, die auf Grund ihrer Steilheit, Nässe oder Kleinflächigkeit aufgegeben wurden und nun brach liegen würden. Diese Flächen sind aber als Übergang vom Wald in die offene Feldflur von unschätzbarem Wert, da sie bei richtiger Pflege, bzw. Bewirtschaftung den größten Artenreichtum hervorbringen. Diese blütenreichen Grünlandflächen sind Grundlage für Insektenreichtum, der wiederum die Nahrungsgrundlage für Vögel u. zahlreiche andere Tierarten bildet.

 

Die Landschaftspflegemaßnahmen für 2019 sind bereits in Vorbereitung. Ein Maßnahmenkatalog wurde an den Maschinenring, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Bayerischen Bauernverband übermittelt. Im Rahmen einer formlosen Preiseinholung können Land- und Forstwirte bis 15. Februar 2019 Angebote für die Erledigung einzelner Maßnahmen abgeben.

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