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Freundschaft kennt keine Entfernung

Landrat Wilhelm Schneider besuchte mit einer Delegation den Partnerlandkreis Klobuck in Polen. Partnerschaftsurkunde wurde unterzeichnet.

Die beiden Landräte Wilhelm Schneider und Hendry Kiepura (v.l.) unterzeichnen die Urkunden für die Partnerschaft zwischen den Landkreisen Haßberge und Klobuck (Polen). Foto: Klemens Albert

„Wir freuen uns sehr, wieder hier bei euch zu sein!“ Mit diesem Satz startete Landrat Wilhelm Schneider nach der neunstündigen Anreise die erste Begegnung mit den Verantwortlichen des Partnerlandkreises Klobuck in Polen. Mit ebenso herzlichen Worten empfing Landrat Hendryk Kiepura die Gäste. Es sollten drei ereignisreiche Tage werden für die Delegation aus dem Landkreis Haßberge, gefüllt mit herzlichen Begegnungen, offenen Gesprächen und berührenden Eindrücken einer intensiven Gastfreundschaft.


Im Mittelpunkt des Treffens stand die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zur Festigung der Freundschaft und der Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Haßberge und Klobuck, wie es bereits vier Monate zuvor in Haßfurt geschehen war. Landrat Wilhelm Schneider drückte aus, dass zahlreiche gute Begegnungen in etwa 14 Jahren beide Seiten bestärkt hätten, die Partnerschaft mittels Urkunden zu festigen.


Über zu lange Zeit sei das Trennende zwischen Polen und Deutschen betont worden, jetzt sei es Zeit auf das Verbindende zu schauen durch Kennenlernen und Verstehen. Mittlerweile wohnten, so der Landrat, über 1.200 Menschen im Landkreis Haßberge, die ihren Ursprung in Polen hätten und seit 1990 gekommen seien. Man könne keinerlei Unterschiede im Zusammenleben feststellen.


Schneider benannte einige Felder eines nächsten möglichen Austausches. Möglichst viele Menschen aus beiden Landkreisen sollen zusammengebracht werden, durch Schüleraustausch und Gastronomie, beides bereits noch in diesem Herbst. Zusammen mit jungen Menschen aus Frankreich und Italien soll ein Projekt Klimawandel angegangen werden. Ferner sollen Landwirte miteinander in Verbindung gebracht werden, ebenso Christen aus Deutschland und Polen und vielleicht auch musikalische Gruppen. Das Nationalheiligtum Tschenstochau liegt ja ganz nahe. Und natürlich soll ein Austausch erfolgen zwischen politischen Gremien und der Verwaltung.

 

Ein zweiter Höhepunkt des Besuchs im Landkreis Klobuck war die Teilnahme an dem grandiosen Erntedankfest in Panki. Nach dem Besuch eines festlichen Gottesdienstes ging es in einem Zug mit zahllosen Fahnenabordnungen und über 20 kunstvoll gestalteten Erntekronen zum Festplatz. Der Landrat fuhr mit seiner Gattin in der Pferdekutsche mit, der Rest der Haßbergler reihte sich unter das Fußvolk ein. Mit im Zug als oberste politische Prominenz der polnische Landwirtschaftsminister Szymon Gizynski.


In seinem Redebeitrag verwies Landrat Wilhelm Schneider darauf, dass man so wie die alte Tradition des Erntedanks auch die Verbindung zwischen den beiden Landkreisen pflegen wolle. „Trotz der großen Entfernung von etwa 800 Kilometern fühlen wir uns den Menschen hier sehr nahe und verbunden.“ Zeit wolle man sich nehmen, so der Landrat, um miteinander zu reden über Erfahrungen, Gedanken und gelegentlich auch über Probleme. So baue man am Haus Europa mit.


Geführt wurden die Gäste aus den Haßbergen im weiteren Besuchsprogramm zu einer alten teilweise noch funktionierenden Wassermühle weitabgelegen im Wald, genau auf der Grenze, die vor dem Krieg Polen und Deutschland trennte. Die jüdische Geschichte der Region begegnete mit Synagoge und jüdischem Friedhof in Krzepice, die beide noch auf eine Erhaltungssanierung warten.


Zu einem unvergesslichen Erlebnishöhepunkt wurde das Rudern auf der Liswartha. Zwar im gemeinsamen Verbund gestartet musste sich jeder mit einem Partner im Zweisitzerboot den Weg erkämpfen. Alle kamen an, zum Teil etwas durchnässt, aber hungrig und durstig für einen wunderschönen Grillabend. Dabei fand auch jeder Teilnehmer aus den Haßbergen sein Schlusswort, so etwa Gerhard Zösch, der die tolle Partnerschaft würdigte. Cäcilie Werner will von Polen angeregte Impulse für ihre Landfrauen setzen, Harald Kuhn warb darum, eine bei der Bootsfahrt erlebte Natur zu beschützen. Klemens Albert meinte: „Zwischenmenschliche direkte Begegnungen sind der größte Schatz zwischen den Kulturen im globalen Zusammenleben.“ Und Landrat Schneider fast überschwänglich: „Es war fantastisch! So muss eine Freundschaft sei.“


Zur Delegation aus den Haßbergen gehörten neben Landrat Wilhelm Schneider und seiner Frau Larissa die Kreisräte Klemens Albert, Harald Kuhn und Gerhard Zösch mit Ehefrau Roswitha. Dazu noch die Kreisbäuerin Cäcilie Werner, Magdalena Ullrich als Mitarbeiterin des Landratsamtes und Übersetzerin, der deutsch-polnische Pfarrer Dr. Jaroslav Woch (Riedbach und Tschenstochau) sowie als Fahrer Burkard Werner.

 

Autor: Klemens Albert

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