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Alles Familie

Ausstellung ab 5. Oktober im Familienzentrum Haßberge / Familiendarstellungen in aktuellen Bilderbüchern

Das Team des Familienzentrums freut sich auf zahlreiche Besucher und Besucherinnen der Ausstellung „Alles Familie“, von links: Christine Mück, Beatrice Först, Anne Hülß, Kathrin Finzel, Katharina Steinmetz und Ursula Salberg

In Folge der Modernisierungs- und Globalisierungsprozesse hat sich die Gesellschaft in unserem Kulturkreis in den letzten vierzig Jahren stark verändert. Der Wandel betrifft alle Lebensbereiche, auch die Familie. Hohe Scheidungs- und niedrige Geburtenraten oder die Zunahme von Singel-Haushalten zeigen, dass die klassische Form der Familie in die Krise geraten ist. Gleichzeitig haben sich mit dem Aufbrechen traditioneller Familienstrukturen neue Formen familiären Zusammenlebens entwickelt. Familie ist heute kein starres Lebensmodell mehr, sondern ein Lebensraum im Umbau.

 

Mit einer gewissen Verzögerung hat sich diese Entwicklung auch im Bilderbuch niedergeschlagen. Inzwischen werden Bilderbücher zu allen denkbaren Familienkonstellationen veröffentlicht. Gleichwohl dominieren noch immer Mutter-Vater-Kind-Familien. Der Trend der letzten Jahre geht sogar dahin, dass man sich an Themen wie Scheidung, Regenbogen- oder Patchworkfamilien seltener heranwagt als früher, während Adoptionsgeschichten, mit denen man Kinder auch für das universale Thema Anders- und Fremdsein sensibilisieren kann, Konjunktur haben. Das Aufwachsen in Familien mit Migrationshintergrund wird hingegen so gut wie gar nicht im deutschsprachigen Bilderbuch behandelt.

 

Dieser Befund spiegelt sich auch in der Wanderausstellung „Alles Familie!“ der Internationalen Jugendbibliothek wider, die ab 5. Oktober, im Familienzentrum im Landratsamt Haßberge zu sehen ist. Sie zeigt anhand einer Auswahl von 50 Bilderbüchern und 30 Bildtafeln, wie im aktuellen Bilderbuch von der Familie als wichtigstem Bezugsort von Kindern erzählt wird und welche Familienidyllen und -dramen die Autorinnen und Autoren, Illustratorinnen und Illustratoren und Verlegerinnen und Verleger Kindern und Eltern vermitteln. Die Familiengeschichten werden mal komisch, heiter oder witzig, mal ernst, nachdenklich oder überraschend erzählt.

 

Die Bücher und Bildtafeln sind zwölf Gruppen zugeordnet. Jede Gruppe widmet sich einem anderen Aspekt familiären Zusammenlebens. So entsteht ein lebendiges Bild von dem, was Familie sein kann und wie Kinder zuhause aufwachsen. Gezeigt werden die schönen Seiten des familiären Miteinanders, die Geborgenheit, die Familie gibt, oder glückliche Vater-Kind-Erlebnisse. Viel Platz wird dem Familienalltag mit den Kämpfen um Anerkennung, den Eifersüchteleien unter Geschwistern, dem Austesten von Grenzen oder dem Leben in zwei Haushalten nach der Trennung der Eltern eingeräumt. Schließlich werden auch die Schattenseiten nicht ausgespart, wenn in Bilderbüchern dahin gesehen wird, wo Kinder unter der Familie zu leiden haben.

 

Auf den Bildtafeln sind ausgewählte Illustrationen aus den Bilderbüchern wiedergegeben, die den Einfallsreichtum und das breite stilistische Spektrum zeigen, mit denen Illustratorinnen und Illustratoren über Familienleben erzählen. Manche bevorzugen einen humoristischen, leichtfüßigen Stil, andere über sich in expressiven Ausdrucksformen oder nähern sich der Thematik mit dem unnachgiebigen Blick des Realisten.

 

Kontakt: Landratsamt Haßberge, Familienzentrum, Am Herrenhof 1, 97437 Haßfurt

Telefon 09521/27-645, E-Mail: familienzentrum@hassberge.de.

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