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Ein Paradies für Insekten

Initiative „Blühender Landkreis Haßberge“ wurde ausgezeichnet / Beitrag zur Biologischen Vielfalt

Die Blumenwiesen haben sich im zweiten Standjahr gut entwickelt.

Die Initiative „Blühender Landkreis Haßberge“ wurde im Wettbewerb „Biologische Vielfalt“ von einer Fachjury als offizielles Projekt der UN-Dekade gewürdigt. „Das ist für unseren Landkreis und unsere Kommunen eine großartige Anerkennung“, freute sich Landrat Wilhelm Schneider bei der Bürgermeisterdienstbesprechung in Breitbrunn über die Auszeichnung. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamts für Naturschutz übergab er stellvertretend für alle teilnehmenden Kommunen die Auszeichnungsplakette und ein Banner an Bürgermeisterin Gertrud Bühl. Die Gemeinde Breitbrunn hatte die Koordinierung des LEADER-Projektes für alle Kommunen übernommen.  Eine Trophäe „Vielfalt-Baum“ wurde nachgereicht.

 

Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass der Landkreis Haßberge durch das Projekt „Blühender Landkreis“ einen Beitrag für den Erhalt der Insekten- und Pflanzenvielfalt leiste. Sein Dank galt allen 21 Kommunen, die sich an dem Gemeinschafts-LEADER-Projekt beteiligt haben, das 2018 gestartet wurde. In drei Workshops waren die eigentlichen Akteure, wie Gemeindearbeiter, Vereinsmitglieder und interessierte Bürger, geschult worden, wie man die Blühflächen richtig anlegt und pflegt. Durch Ansaaten und Pflanzungen konnten bisher 126 ungenutzte und brach liegende öffentliche Flächen in reich blühende Insektenparadiese verwandelt werden. Obendrein wurden diese durch die Schaffung von Nistmöglichkeiten ökologische aufgewertet. „Großen Wert haben wir bei diesem Projekt auf die Nachhaltigkeit gelegt“, informierte der Kreischef. Deshalb werden ausschließlich Saatgut- und Pflanzenmischungen aus heimischen Wildstauden verwendet. Diese sind besonders wertvoll für die Insektenwelt, da die meisten Insekten auf deren Nektar und Pollen spezialisiert sind. Viele der verwendeten Pflanzen blühen auch im Hochsommer oder im Herbst. In dieser Zeit steht den Insekten nur relativ wenig Nahrung zur Verfügung.

 

Künftig sei es wichtig, so Landrat Wilhelm Schneider, die gesamte Pflege der Grünflächen noch mehr nach ökologischen Gesichtspunkten auszurichten, indem zum Beispiel Schnitthäufigkeit und Mulchen reduziert werden. Insbesondere kommunale Flächen böten ein großes Potential zur ökologischen Aufwertung. „Die Gemeinden wissen am besten, welche Flächen hier geeignet sind. Gemeinsam können wir kommunal übergreifende, funktionierende Ökosysteme erreichen“. Der Landrat hoffte, dass mit der Aktion nicht nur das Bewusstsein in der Bevölkerung über den notwendigen Schutz von Bienen und Insekten geschärft wurde, sondern damit auch wertvolle Synergieeffekte in Privatgärten und landwirtschaftlichen Flächen erzielt werden. „Nachahmer sind durchaus erwünscht“, so Schneider.

 

Aus diesem Grund wurde auch eine Anleitung zur Anlage und Pflege einer Bienenweide in Form eines Flyers erstellt. Dieser und weitere Informationen finden sich im Internet unter: www.hassberge.de/bluehender-landkreis.

 

Die Vereinten Nationen haben das aktuelle Jahrzehnt zur UN-Dekade Biologische Vielfalt erklärt, um möglichst viele Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt der UN-Dekade-Aktivität werden Projekte ausgezeichnet, die sich in ganz besonders vorbildlicher Weise für die biologische Vielfalt einsetzen. Folgende Kommunen haben sich am LEADER-Projekt beteiligt: Aidhausen, Breitbrunn, Bundorf, Burgpreppach, Ebern, Eltmann, Ermershausen, Haßfurt, Hofheim, Kirchlauter, Knetzgau, Maroldsweisach, Oberaurach, Rauhenebrach, Riedbach, Stettfeld, Theres, Untermerzbach, Wonfurt und Zeil sowie der Landkreis Haßberge.

 

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