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„Lage spitzt sich dramatisch zu“

Landrat Wilhelm Schneider appelliert an Bevölkerung: „Jeder Einzelne muss Verantwortung übernehmen und soziale Kontakte soweit möglich zu reduzieren“

Seitdem in Bayern wieder der Katastrophenfall gilt, tritt die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises Haßberge wieder einmal wöchentlich zusammen, um die aktuelle Lage zu bewerten und weitere Maßnahmen zu besprechen.

Die Infektionszahlen steigen dramatisch an – allein gestern (Mittwoch) wurden im Landkreis 94 Neuinfektionen gemeldet. Der größte Teil der Neuinfektionen wird entdeckt, da die Betroffenen ein Ergebnis über einen positiven Schnell- oder Selbsttest haben. Es handelt sich überwiegend um Einzelfälle, ein größeres Cluster ist nicht zu erkennen. Aktuell betroffen sind fünf Einrichtungen, 10 Kindertagesstätten und 18 Schulen mit insgesamt 39 Klassen. Auch bei privaten Feiern und Treffen, innerhalb der Familie und auch bei Vereinstreffen und -aktivitäten finden die Ansteckungen statt.

„Die Lage ist äußerst angespannt. Ein solches Infektionsgeschehen auf so breiter Ebene zeigt, dass das Virus mitten unter uns ist“, so Landrat Wilhelm Schneider. Umso wichtiger sei es, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt und gut auf sich und seine Nächsten aufpasst. Nachdem mittlerweile erwiesen ist, dass auch Geimpfte das Virus weitergeben können, lautet die dringende Empfehlung:

Jeder ist aufgerufen,

  • freiwillig soziale Kontakte soweit möglich zu vermeiden,
  • sich an die Hygiene-Maßnahmen zu halten
  • Versammlungen und Veranstaltungen nur noch dann abzuhalten oder zu besuchen, wenn diese dringend nötig und nicht aufschiebbar sind,
  • vor dem Besuch von vulnerablen Menschen, einen freiwilligen Selbsttest durchzuführen.

Mit Hochdruck arbeitet das Landratsamt aktuell daran die Kapazitäten im Impfzentrum auszuweiten (von 60 auf 120 pro Tag) und insbesondere das niedrigschwellige Angebot für Erst- und Zweitimpfungen sowie Auffrischugsimpfungen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden flächendeckend auszuweiten. Landrat Wilhelm Schneider bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die aktuell sehr dynamische Lage: „Nach der vorgeschriebenen Schließung und Abwicklung der Impfzentren müssen nun kurzfristig völlig neue, dezentrale Strukturen geschaffen werden. Daran arbeiten alle Beteiligten aktuell mit  ganzen Kräften. In diesem Zusammenhang bedankt sich der Landrat bei allen Kommunen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei den Impfaktionen mit den mobilen Teams vor Ort.

 

Neben den allgemeinen Hygiene-Regeln sei die Impfung die wirkungsvollste vorbeugende Maßnahme gegen eine Infektion mit dem Coronavirus oder einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Auch die Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung) hat dabei entscheidende Bedeutung: Studienergebnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Personengruppen, so auch ältere Menschen, vermehrt von einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach ihrer vollständigen COVID-19-Impfung betroffen sein können – deshalb ist eine Auffrischungsimpfung für sie besonders wichtig.

 

Auch Dr. Jürgen Reimann, Leiter des Gesundheitsamtes, stehen die Sorgenfalten förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Infektionsgeschehen ist wie ein Tsunami“, beschreibt er die aktuelle Situation. „Wir versuchen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Coronavirus zu bekämpfen“. Bei der Kontaktnachverfolgung arbeite man wieder im Schichtbetrieb. Auch bei der telefonischen Impfberatung glühen die Drähte wie auch im Bürgertelefon.

Die Hotlines sind teilweise überlastet. Mit einer weiteren Personalaufstockung soll das Problem behoben werden.

 

Dankbar ist Landrat Wilhelm Schneider für die vielfältige Unterstützung, die die Behörde bei der Bewältigung der Pandemie erhält. Neben der Bundeswehr leisten auch mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Ämtern, Sachgebieten und anderen staatlichen Behörden wieder Amtshilfe. „Ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, deren Einsatz jetzt wieder verstärkt gefordert ist: bei den Mitgliedern der Führungsgruppe Katastrophenschutz, bei der Bundeswehr, Polizei, BRK, Feuerwehr, THW und den niedergelassenen Ärzten sowie bei den Kommunen, der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern, dem Schulamt, den Schulen und Kindertagesstätten. Sie leisten in diesen schwierigen Zeiten Außergewöhnliches“. Ausdrücklich in den Dank schloss der Landrat auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit Dr. Jürgen Reimann an der Spitze und die Mitarbeiter des Landratsamtes Haßberge ein. 

 

Die Verschlechterung der Lage macht auch vor dem Dienstbetrieb im Landratsamt nicht halt. Aufgrund der hohen Inzidenzzahlen im Landkreis weist das Landratsamt ausdrücklich darauf hin, dass der Zutritt zur Behörde sowie den Außenstellen weiterhin nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist. Eine Terminvereinbarung „auf gut Glück“ vor Ort an der Bürgerservicestelle ist nicht möglich.

 

Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, bei Anliegen wieder verstärkt die kontaktlosen Kommunikationswege (telefonisch, schriftlich, E-Mail) zu nutzen. Kunden, die persönlich und mit Termin vorsprechen, werden darauf hingewiesen, dass der Zutritt zum Landratsamt nur über den Haupteingang möglich ist und nach Betreten des Gebäudes eine Anmeldung  im Bürgerbüro zu erfolgen hat. Im Landratsamt  Haßberge gilt eine Maskenpflicht. Es sind FFP2-Masken zu tragen. Diese müssen selbst mitgebracht werden. Außerdem wird auch im Landratsamt – so wie es rechtlich gefordert ist – die 3G-Regelungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt.

 

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