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Landkreis ist für die Aufnahme von Vertriebenen aus der Ukraine gewappnet

Sporthalle am Dürerweg in Haßfurt wird vorläufig zur Notunterkunft. Neues Bürgertelefon Ukraine geschaltet.

© Tobias Marquardt, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, THW OV Haßfurt

© Tobias Marquardt, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, THW OV Haßfurt

Der Landkreis Haßberge bereitet sich intensiv auf die Aufnahme von Vertriebenen aus der Ukraine vor. Wie viele Menschen hier eintreffen oder dem Landkreis zugeteilt werden ist aber momentan noch nicht bekannt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits im Landratsamt gemeldet, die Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine Wohnraum zur Verfügung stellen möchten oder sich ehrenamtlich engagieren und spenden wollen. „So eine große Welle der Hilfsbereitschaft habe ich noch nie erlebt“, schildert Dieter Sauer, Leiter des Amtes für Soziales und Senioren. „Das ist ein großartiges Zeichen der Solidarität“.

 

Damit die Unterbringung besser koordiniert werden kann, hat der Landkreis auf seiner Homepage unter dem Link: https://formulare.hassberge.de/formcycle/form/provide/162/?frid=c34f4fca-0301-462a-95cf-6b0b6fddf817 ein Online-Formular eingerichtet, über das freie Unterkunftsmöglichkeiten gemeldet werden können. Dort sollen neben den allgemeinen Daten wie dem Namen oder der Adresse auch Fragen zu den zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten beantwortet werden. Als Alternative steht auch das Bürgertelefon Ukraine unter der Rufnummer 09521-27600 zur Verfügung (Montag bis Freitag 8.00 bis 16.00 Uhr). Unter dieser zentralen Telefonnummer können Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Haßberge auch Fragen zum Thema Ukraine stellen.

Der Landkreis hat außerdem eine eigene Internetseite erstellt, auf der viele Fragen beantworte werden: https://www.hassberge.de/ukraine-hilfe.

 

Im Landratsamt Haßberge sind bereits zahlreiche Angebote an Wohnraum eingegangen – von einzelnen Zimmern über Wohnungen bis hin zum ganzen Haus. Diese Angebote werden derzeit gesichtet und abgearbeitet. 

 

Um aber möglichst schnell auch für die Ankunft einer größeren Zahl von Geflüchteten aus der Ukraine gewappnet zu sein, setzt der Landkreis übergangsweise auf eine Notlösung: in Zusammenarbeit insbesondere mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem BRK-Kreisverband sowie der Feuerwehr wurde über das Wochenende in der Sporthalle am Dürerweg in Haßfurt eine Notunterkunft für 50 Flüchtlinge eingerichtet, die bei Bedarf in Betrieb genommen wird. Für die zweite Halle am Schulzentrum werden ebenfalls Vorbereitungen getroffen. Hier könnte man, sollte dies nötig werden, in kurzer Zeit weitere Schlafplätze schaffen.

 

Die Turnhalle in Haßfurt wurde mit einem Bodenschutz ausgestattet, außerdem wurden Feldbetten und Zwischenwände aufgestellt. Des Weiteren wird dafür gesorgt, dass genügend Handtücher, Kopfkissen, Decken, Hygieneartikel, Geschirr und Besteck zur Verfügung stehen. Außerdem wird der Bereich für die Essensausgabe vorbereitet. Geplant ist dass das BRK in den ersten Tagen die Essensausgabe übernimmt, längerfristig wird die Versorgung über die einen Dienstleister organisiert.  Um mit den Flüchtlingen kommunizieren zu können, stehen Dolmetscher in Bereitschaft und für die Betreuung eine Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer.

 

Bisher sind noch keine amtlich verteilten Geflüchteten aus der Ukraine im Landkreis angekommen. Etliche Personen haben aber bereits bei Verwandten oder Bekannten im Landkreis Unterschlupf gefunden. Die Notunterbringung ist nur vorläufig geplant, bis die Unterkunftsverwaltung im Landratsamt aufgebaut und ausreichend Wohnungen bereitgestellt werden können.

 

Federführend erfolgt die Abwicklung der Unterbringung und Betreuung der Geflüchteten über das Amt für Soziales und Senioren, insbesondere unterstützt von der Hauptverwaltung, der Liegenschaftsverwaltung, der Ausländerbehörde, dem Katastrophenschutz und dem Zuwanderungszentrum.  Mit im Boot sind außerdem rund 20 ausgebildete Integrationsbegleiter und zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.  Über das Gesundheitsamt wird in Zusammenarbeit mit dem BRK eine Strategie zu Impfangeboten für die ukrainischen Flüchtlinge ausgearbeitet.

 

„Wichtig ist: Wer bei uns strandet oder Schutz sucht, wird Hilfe finden“, so Dieter Sauer, Leiter des Amtes für Soziales und Senioren. Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagieren wollen, können auf die Netzwerkpartner im Zuwanderungszentrum (Bayrisches Rotes Kreuz und Caritasverband) zugehen. Damit ist ein koordiniertes Vorgehen gewährleistet. Ansprechpartnerin ist auch die hauptamtliche Integrationslotsin Siza Zaby, Telefon 09521 27-152 oder E-Mail: integration@hassberge.de.

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