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Tierheim in Zell: Gemeinde und Städte ziehen an einem Strang

Landkreis baut neues Tierheim in Zell am Ebersberg. Bis das Tierheim fertiggestellt ist, übernimmt die Tierschutzinitiative Haßberge ab 1. Juni inte-rimsmäßig wieder die Fundtierbetreuung.

Landrat Rudolf Handwerker ist der Tierschutzinitiative Haßberge beigetreten. Darüber freut sich Britta Merkel riesig.

Der Kreistag Haßberge hat in seiner Sitzung am Montag, 28. April, beschlossen, ein Tierheim zu bauen. Bei einem Pressegespräch informierte Landrat Rudolf Handwerker zusammen mit Bürgermeister Stefan Paulus sowie Simone Nowak und Dr. Markus Menn vom Veterinäramt über das Bauvorhaben. „Ich bin sehr froh, dass wir zum Ende meiner Dienstzeit noch das Tierheim-Problem und die damit verbundene Fundtierbetreuung haben lösen können.“    


Seit der Schließung des Haßfurter Tierheims unter der damaligen Leitung des Tierschutzvereins Haßfurt im Jahr 2011 war die Fundtierbetreuung im Landkreis Haßberge nicht mehr sichergestellt. Die Tierschutzinitiative, die ihren Sitz in Oberschwappach hat, übernahm die Fundtierbetreuung zwar zunächst bis Ende des Jahres 2012. Danach hat sie sich aber nicht mehr in der Lage gesehen, die Fundtierbetreuung für den gesamten Landkreis sicher zu stellen. Grund sind die beengten Verhältnisse in Oberschwappach.


Einzige Lösung zur Sicherstellung der Fundtierbetreuung im Landkreis ist der Bau eines Tier-heims. Das Problem: Zuständig für die Fundtierbetreuung sind die Städte und Gemeinden, bzw. die Verwaltungsgemeinschaften. Die Städte und Gemeinden können aber kein Tierheim bauen, dessen Baukosten auf 1,2  Millionen Euro geschätzt werden. Dieses Problem kann nur auf Kreisebene gelöst werden. Aus diesem Grund hat Landrat Handwerker den Städten und Gemeinden in einem Schreiben vom 28. Februar den Vorschlag gemacht, dass der Landkreis ein Tierheim errich-tet, die Städte und Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften sich an diesem Tierheim mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 1 Million Euro beteiligen und ggf. höhere Baukosten vom Landkreis übernommen werden. Alle Städte und Gemeinden  haben zugestimmt, sich mit ei-nem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 1 Million Euro zu beteiligen, jede Gemeinde zahlt hierbei 11,90 pro Einwohner. Dass heißt: die Finanzierung für das Tierheim steht.


Zwischenzeitlich hat der Landkreis auch ein geeignetes Grundstück gefunden und bereits angekauft: das Grundstück liegt 300 Meter vor Zell, (ehemalige Gärtnerei). Das Grundstück hat eine Größe von 17.121 Quadratmetern, es ist zentral an dem Autobahnzubringer zwischen Haßfurt und Zell gelegen und als Standort für das Tierheim ideal geeignet. Das sieht auch die Tierschutzinitia-tive so.

 

Der Kreistag hat nun in seiner Sitzung am 28. April beschlossen, dass der Landkreis auf diesem Grundstück das Tierheim baut und an einen geeigneten Betreiber verpachtet. Die Verpachtung ist an die Übernahme der Fundtierbetreuung für den Landkreis geknüpft. Der Landkreis wird mit dem Betreiber eine Vereinbarung zur Fundtierbetreuung abschließen. Die dafür geleistete pauschale Abgeltung (Betriebskostenanteil/Fundtiere) wird auf 1 Euro pro Einwohner des Landkreises festgelegt.


Einziger Verein, der die nötigen Voraussetzungen wie Sachkunde, Erlaubnis nach § 11 und eine ausreichend große Mitgliederzahl mitbringt, die vonnöten sind, um im Landkreis Haßberge die Fundtierbetreuung übernehmen zu können und somit das Tierheim zu betreiben, ist die Tierschutzinitiative Haßberge. Sie hat bereits signalisiert, diese Aufgabe zu übernehmen.


Für die Zeit bis zur Fertigstellung des neuen Tierheimes hat die Tierschutzinitiative den Städten und Gemeinden zugesichert, die Fundtierbetreuung ab. 1. Juni 2014 interimsmäßig wieder zu übernehmen.


Baubeginn für das Tierheim ist für Anfang 2015 geplant. Die Bauplanung erfolgt durch den Landkreis – miteinbezogen wird die Tierschutzinitiatve, außerdem wird der deutsche Tierschutz-bund beratend tätig sein.


Das Tierheim wird in seiner Größe auf die im Landkreis Haßberge anfallenden Fundtierzahlen abgestimmt und wird künftig Platz für durchschnittlich zirka 10 bis 12 Hunde sowie für 30 bis 45 Katzen bieten. Es wird also ein relativ kleines Tierheim, das aber allen tierschutzrechtlichen Anforderungen gerecht wird. Wichtig ist hierbei auch grundsätzlich eine kurze Verweilzeit und schnelle Vermittlung der Tiere.  


Anfang Mai ist eine Informationsveranstaltung durch das Landratsamt in Zell geplant, um die Bürger über das Bauvorhaben und die bisherigen Ideen zum „Projekt Tierheim“ zu informieren.


Die Tierschutzinitiative legt Wert darauf, dass das Tierheim keine Verwahranstalt werden soll, sondern eine Art Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier. Schulkinder, aber auch ältere Menschen, die sich zu Hause kein Tier halten können, sollen hier die Möglichkeit einer Tierpatenschaft und des Kontaktes zu verschiedenen Tieren (Hunde, Katzen, aber auch Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen) haben. Die Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen aber auch Seniorenheimen, sowie Begegnungstage für Familien und andere Interessierte ist eine weitere Möglich-keit, den Tieren während ihres Aufenthalts Kontakt zu möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, wovon beide Seiten profitieren. Natürlich soll so auch die Vermittlung beschleunigt werden, denn insbesondere bei den Katzen besteht im Landkreis Handlungsbedarf.


Durch die bei vielen Katzen fehlende Kastration erwachsen von Jahr zu Jahr größere Probleme, immer mehr Würfe werden samt Muttertier ausgesetzt und werden zum „Fundtier“. Auch hier leistet die Tierschutzinitiative Präventionsarbeit, beispielsweise durch Kastration wilder Katzen, um zumindest von dieser Seite einer ungehemmten Vermehrung entgegenzuwirken und die Fundtier-zahlen von vorne herein zu senken.


Um die Aufgabe auch finanziell stemmen zu können – die TI muss einen guten Teil der geschätzten Betriebskosten in Höhe von 120.000 bis 140.000 Euro im Jahr übernehmen – rührt die Tierschutzinitiative nun kräftig die Werbetrommel. Mit dem Bau des Tierheims hat der Landkreis eine große Chance, das Kapitel Fundtierbetreuung und Tierschutz in den Haßbergen neu zu beginnen, das Projekt auf eine breite Mitgliederbasis zu stellen und in Bayern eine Vorreiterposition einzunehmen.


Landrat Rudolf Handwerker ging mit gutem Beispiel voran und hat heute bei dem Pressetermin seinen Mitgliedsbeitritt zur Tierschutzinitiative unterschrieben.
Neben mehr Mitgliedern und freiwilligen Helfern würde sich die Tierschutzinitiative über Geld- und Sachspenden für das neue Tierheim freuen: Kreditinstitut Sparkasse Ostunterfranken, Bank-leitzahl 79351730, Kontonummer 9104464. Kontaktadresse: Britta Merkl, Scherenbergstraße 13, 97478 Knetzgau, info@tierschutzinitiative-hassberge.de; <link http: www.tierschutzinitiative-hassberge.de>www.tierschutzinitiative-hassberge.de.

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