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Freunde fürs Leben

Hohe Auszeichnung: Landrat a. D. Rudolf Handwerker zum Ehrenbürger von Kiryat Motzkin ernannt. Mit dem „Schlüssel der Stadt“ werden seine großen Verdienste um die deutsch-israelische Partnerschaft gewürdigt.

Hohe Auszeichnung: Landrat a. D. Rudolf Handwerker (rechts) erhielt von Bürgermeister Haim Zuri den Schlüssel der Stadt Kiryat Motzkin überreicht.

Landrat a. D. Rudolf Handwerker ist neuer Ehrenbürger der Stadt Kiryat Motzkin. Bei ei-nem Besuch in der israelischen Partnerstadt des Landkreises Haßberge erhielt er von Bürgermeister Haim Zuri den „Schlüssel der Stadt Kiryat Motzkin“ überreicht. Mit dieser besonderen Auszeichnung wurden seine Verdienste um die Partnerschaft und der Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland gewürdigt.


Für Bürgermeister Haim Zuri war es eine ganz besondere Freude die Delegation aus den Haßbergen zu diesem Anlass im Rathaus der Stadt Kiryat Motzkin zu empfangen. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir Besuch von unseren Freunden aus den Haßbergen haben, doch dieses Mal ist es etwas ganz Besonderes.“ Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Rudolf Handwerker werde eine gemeinsame Zeit geschlossen, gleichzeitig öffne sich mit dem Antrittsbesuch von Landrat Wilhelm Schneider eine neue Zeit. 


In den vergangenen 22 Jahren sei es gelungen, eine starke Verbindung zwischen dem Landkreis Haßberge und der Stadt Kiryat Motzkin aufzubauen. „Wir haben eine sehr lebendige Partnerschaft - eine echte und tiefe Freundschaft auf beiden Seiten“, stellte Haim Zuri erfreut fest. Als einen der wichtigsten Bausteine der Partnerschaft bezeichnete er den Jugendaustausch zwischen Kiryat Motzkin und dem Landkreis Haßberge. „Dieser ist sehr wichtig für die Beziehung zwischen Deutschland und Israel.“


Der israelische Bürgermeister betonte, dass eine Partnerschaft nur gelingen könne, wenn es auf beiden Seiten Menschen gibt, die sich wirklich um eine Freundschaft be-mühen und an ihr mit bauen. „Lieber Rudi, genau das hast Du getan. Unsere Partnerschaft war Dir immer eine Herzensangelegenheit, dafür sind wir Dir sehr dankbar. Wir sind echte Freunde geworden.“


Haim Zuri erinnerte daran, dass er bereits bei der Abschieds- und Geburtstagsfeier von Rudolf Handwerker im April diesen Jahres angekündigt habe, dass der Stadtrat von Kiryat Motzkin einstimmig beschlossen habe, den Haßberge-Landrat zum Ehrenbürger zu ernennen. „Wir wollten Dir zum Abschluss deiner Amtszeit ein ganz besonderes Geschenk machen“, sagte der Bürgermeister und überreichte unter großem Beifall den Stadtschlüssel von Kiryat Motzkin an Rudolf Handwerker. Tief bewegt nahm dieser die hohe und seltene Auszeichnung entgegen. Nur 22 Personen wurde bisher im Laufe der 80-jährigen Stadtgeschichte von Kiryat Motzkin die Ehrenbürgerwürde verliehen - darunter sind nur fünf Personen, die nicht aus Israel stammen.      


Der ehemalige Haßberge-Landrat Rudolf Handwerker bedankte sich von ganzem Herzen für diese große Ehrung. „Ich sehe sie als Anerkennung unserer gemeinsamen Bemühungen um die Partnerschaft – ich darf heute sagen: der vielfältigen Freundschaft zwi-schen Kiryat Motzkin und dem Landkreis Haßberge.“ Das diese Partnerschaft lebe und so erfolgreich ist, sei der Verdienst vieler Persönlichkeiten aus Kiryat Motzkin und dem Landkreis Haßberge. Als bestes Beispiel nannte er Haim Zuri, der vom ersten Tag an diese Partnerschaft aktiv mitgestaltet und vielfältig unterstützt habe.


Stolz war der ehemalige Landrat vor allem darauf, dass die Partnerschaft vielfältige Früchte getragen hat. „Seit Begründung der Partnerschaft hat es kein Jahr gegeben habe, in dem nicht eine Begegnung zwischen Jugendlichen aus Kyriat Motzkin und dem Landkreis stattgefunden hat.“ Insgesamt zählt die Chronik der Partnerschaft 89 Begegnungen, davon waren 52 Jugendbegegnungen.


Rudolf Handwerker wertete die Verleihung der Ehrenbürgerwürde auch als ein Zeichen dafür, wie wichtig den Verantwortlichen der Stadt Kiryat Motzkin diese Partnerschaft  ist. „So wichtig, dass Sie meinen Beitrag zu dieser Partnerschaft mit der höchsten Auszeichnung anerkennen, die eine Stadt zu vergeben hat.“ Der Landkreis Haßberge habe diese Partnerschaft angekurbelt, weil Deutschland auf Grund der Verbrechen der Hitlerdiktatur am jüdischen Volk eine besondere Verpflichtung habe, die Freundschaft zu den Israelis und zu allen Juden zu suchen. „Wir haben den Holocaust in unserem Landkreis aufge-arbeitet und sind dabei jedem einzelnen Schicksal nachgegangen. Wir wollen, dass das nicht in Vergessenheit gerät.“ Deswegen fühle sich der Landkreis verpflichtet, das Erbe unserer damaligen Mitbürger lebendig zu erhalten. Aus diesem Grund würden die alten jüdischen Friedhöfe gepflegt, an die früheren Standorte von jüdischen Einrichtungen erinnert und auch aus diesem Grund habe man die Memmelsdorfer Synagoge renoviert und diese in ein Begegnungs- und Lernzentrum umgewandelt.


Mit der Partnerschaft, so Handwerker, wolle der Landkreis Haßberge dazu beitragen, dass die jungen Menschen unserer beiden Völker Freundschaft schließen und dass alle Mitbürger Israel und seine von allen Seiten bedrohte Lage besser kennen und verstehen lernen. „All diese Gründe für unser Interesse an dieser Partnerschaft haben nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil: die jüngsten Entwicklungen sprechen dafür, dass wir un-sere Bemühungen und gegenseitiges Verständnis und damit unsere Partnerschaft noch intensivieren“, sagte der ehemalige Haßberge-Landrat und sicherte dabei seine Unter-stützung zu.


Auch Landrat Wilhelm Schneider liegt die Partnerschaft mit der Stadt Kiryat Motzkin sehr am Herzen. „Mir ist es sehr wichtig, dass sich unsere vielfältigen Beziehungen und Freundschaften auch in Zukunft weiter entwickeln können.“ Besonderer Dank galt seinem Vorgänger Rudolf Handwerker und Bürgermeister Haim Zuri sowie allen, die in den vergangenen Jahren mitgeholfen haben und auch in Zukunft mithelfen, dass die Freundschaften keine leeren Worthülsen sind, sondern mit Leben erfüllt werden.


Hintergrund:
Die Anfänge der Freundschaft mit Kiryat Motzkin und dem Landkreis Haßberge  liegen fast 30 Jahre zurück. 1985 hat der damalige Kreisjugendpfleger Armin Kudella gemeinsam mit dem damaligen Stadtdirektor Moti Tsadok den Jugendaustausch vereinbart und nach 1986 kam es dann auch zur ersten Jugendbegegnungsfahrt junger Haßbergler nach Kiryat Motzkin. Am 16. September 1992 wurde die Partnerschaft dann offiziell geschlossen. Seitdem kam es kontinuierlich zu zahlreichen Begegnungen und intensiven Verbindungen zwischen den Menschen aus dem Landkreis Haßberge und der Stadt Kiryat Motzkin. Motor und Kerngedanke der Begegnung der Jugendlichen der beiden Länder ist die Völkerverständigung vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte. 

 

Die Haßberge-Delegation konnte beim Rundgang durch Kiryat Motzkin sehen, wie sich die moder-ne und lebendige Stadt verändert hat. Unser Bild zeigt (von links): Regine Handwerker, stellvertre-tender Landrat Michael Ziegler, Landrat a. D. Rudolf Handwerker, Dolmetscherin Ruthie Haim, Bürgermeister Haim Zuri, Larissa von Maydell-Schneider, Landrat Wilhelm Schneider, stellvertre-tender Landrat Oskar Ebert, Kreisrat und Bürgermeister Wolfgang Borst und Claudia Herweg im Zoo von Kiryat Motzkin.                       

 

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