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Hasenpest: Jetzt auch im Landkreis Haßberge

Nachdem Ende September und im Oktober in den Landkreisen Kitzingen, Schweinfurt und Würzburg Fälle von Hasenpest festgestellt wurden, meldet nun auch das Landratsamt Haßberge einen Fund. Bei einem toten Feldhasen, der in der Gemeinde Ebern aufgefunden wurde, hat das Landesuntersuchungsamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die sogenannte Tularämie nachgewiesen.

Bei der Tularämie handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie für Hasen- und Kaninchen, jedoch auch für Bieber, Eichhörnchen und andere Nagetiere meist tödlich verläuft. Das Landratsamt weist darauf hin, dass auch Menschen sich mit dem Erreger infizieren können (es handelt sich um eine Zoonose) und vor allem Jäger, Tierärzte, Köche, Metzger und Landwirte gefährdet sind. In Deutschland sind 2014 bisher 43 Fälle bei Wildhasen und Kaninchen bekannt geworden.


Die Übertragung auf Tiere oder den Menschen erfolgt meist durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder infizierten Tieren - zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausnehmen oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere.

 

Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.  Für eine Infektion bei Mensch und Tier genügen bereits wenige Erreger. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauert beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage (Spannbreite 1-21 Tage). Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich.

Zumeist werden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie ggf. Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfällen.


Die auffälligsten Symptome bei lebenden, mit Tularämie infizierten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. Seltener führt eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung nach etwa 14 Tagen zum Tod. Kranke Wildtiere sind matt, teilnahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Unbehandelt kann die Erkrankung gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen. Eine erfolgreiche Behandlung ist, besonders bei rechtzeitiger Diagnose, mit Antibiotika gut möglich.


Aufgrund der Feststellung des erkrankten Tieres werden vom Veterinäramt folgende Verhaltensmaßregeln empfohlen:

 

  • In freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden.
  • Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.
  • Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten dem Veterinäramt zur weiteren Unter-suchung zur Verfügung gestellt, ansonsten aber nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.
  • Wildbret von Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden. Die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) sollten danach mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungssymptomen einen Arzt aufsuchen und diesen hierauf hinweisen.


Für die Beantwortung von dringenden Fragen, die sich auf die Tularämie beim Tier beziehen, steht das Veterinäramt unter Telefon 09521/27-138 zur Verfügung.


Foto: Uwe Bergeest  / <link http: www.pixelio.de _blank external-link-new-window>pixelio.de

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