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Landkreis Haßberge ist „Bildungsregion in Bayern"

Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich übergibt Gütesiegel an Landrat Wilhelm Schneider. Initiative will jungen Menschen Zukunftschancen eröffnen.

Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich hat dem Landkreis Haßberge das Gütesiegel „Bildungsregion in Bayern“ verliehen. Der Landkreis setzt damit ein positives Zeichen für die Bildung junger Menschen in der Region. „Dieses Engagement für die junge Generation wird mit dem Gütesiegel gewürdigt“, betonte Staatssekretär Eisenreich bei der Veranstaltung.

 

 

„Im Landkreis Haßberge wird Vernetzung und Beteiligung der Bildungsakteure groß geschrieben. Beispielsweise werden dort Kinder an den Übergängen vom Kindergarten an die Grundschule oder von der Grundschule an die weiterführende Schule besonders begleitet. Die Teilnahme an der Initiative ‚ Bildungsregionen in Bayern’ ist die konsequente Fortsetzung dieses Engagements“, so der Staatssekretär. Als Beispiele für gelungene Projekte vor Ort nannte Georg Eisenreich:

 

 

- „Soft Step“ zur Begleitung von Kindern und Jugendlichen an den Übergängen Kita – Grundschu-le und Grundschule – weiterführende Schule;

- „Schultag – ganz und anders“ zur pädagogischen Ausgestaltung des Ganztagsangebots an den Schulen;

- „Hast scho g’hörd ..? – der Hassberg-Newsletter“, der insbesondere junge Bürgerinnen und Bürger zu einem Verbleib bzw. einer Rückkehr in den Landkreis motivieren will.

 

 

66 Landkreise und kreisfreie Städte beteiligen sich an der Initiative des Bayerischen Bildungsmi-nisters und entwickeln sich zu Bildungsregionen. Sie bringen u. a. Kommunen, Jugendhilfe, Schulen und Vertreter der Wirtschaft vor Ort in Dialogforen zusammen, um die Qualität der Bildungsangebote für die jungen Menschen zu verbessern und ihnen Zukunftschancen zu eröffnen.

 

 

Um das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ zu erhalten, müssen fünf Handlungsfelder intensiv bearbeitet werden. So geht es darum:

1. Übergänge zwischen einzelnen Einrichtungen fließender zu gestalten, etwa von Kindergärten zu Schulen, von Schulen zu Unternehmen usw.,

2. schulische und außerschulische Bildungsangebote zu vernetzen,

3. jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen,

4. die Bürgergesellschaft zu stärken und dazu auch z. B. die Schulen und die Jugendarbeit enger zu verbinden, und

5. die Herausforderungen des demographischen Wandels proaktiv zu gestalten.

 

 

Am Ende des Prozesses, der sich je nach Gebietskörperschaft verschieden gestalten und unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen kann, steht das Gütesiegel „Bildungsregion in Bayern“. Dieses verleiht das Ministerium nach einer Prüfung des jeweiligen Konzepts und der Umsetzungsschritte.

 

 

„Heute dürfen wir die Ernte unserer gemeinsamen Arbeit einfahren“, freute sich Landrat Wilhelm Schneider über die Übergabe des Zertifikates. Gut ausgebildete Menschen brauche die Region, um „Handwerk, Industrie und Dienstleistungen auch in Zukunft für den Heimatkreis zu sichern“. Seit Jahren gibt es im Landkreis Haßberge das Engagement für diese zukunftsträchtige Investition, für die „der Landkreis und seine Kommunen erhebliche finanzielle Anstrengungen unternommen haben“. Bestens ausgestattete Krippenplätze mit qualifiziertem Personal, Ganztagesangebote für Schulkinder, Jugendsozialarbeit an den Schulen in Zusammenarbeit mit dem BRK sowie Neu- und Erweiterungsbauten von Schulen für einen zeitgemäßen Unterricht bei gleichzeitiger Erfüllung sicherheitstechnischer Anforderungen seien lediglich Beispiele. Die Vernetzung von Schule, Jugendhilfe, Wirtschaft, Arbeitsverwaltung, Kammern und weiteren Akteuren stellte der Landrat als Erfordernis dar, um bestmögliche Ergebnisse auf dem Bildungssektor zu erreichen.

 

 

2002 war der Arbeitskreis Schulentwicklung ins Leben gerufen worden und bildete die Grundlage für heutige Erfolge. Die Beteiligung am Zertifizierungsverfahren, der anfangs auch Skeptiker gegenüber gestanden hätten, bringt laut Schneider Arbeit aber auch viele Vorteile mit sich. Der Gewinn äußere sich im Überdenken der Strukturen, der Weiterentwicklung der Bildungslandschaft, einer breiteren Vernetzung mit Bildungsakteuren vor Ort sowie Vergleichsmöglichkeiten nach außen.

 

 

Im Juli 2012 bestätigte das Kultusministerium die Teilnahme des Landkreises am Zertifizierungsverfahren. Der Weg zur „Bildungsregion in Bayern“ war damit frei. Es bildeten sich eine Steuerungsgruppe und Arbeitskreise. In fünf Säulen, die unter Leitung von Steve Bauer, Ulrike Brech, Dieter Greger, Carolin Mehringer-Räth und Horst Hofmann arbeiteten, ging es konzeptionell weiter.

 

 

Als besondere Erfolge stellte Schneider heraus, dass „an vier Grundschulen künftig Sozialarbeit angeboten werden kann und die Freiwilligenbörse demnächst ans Netz geht“. Er verschwieg nicht den Mangel, das fehlende Bildungsportal oder –management. Und er wies darauf hin, dieses in den Vordergrund der Arbeit zu stellen. Für das „Förderprogramm Bildung“ stellte er „je eine halbe Stelle für Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring“ in Aussicht. Er rechne zudem damit, dass im Herbst ein weiblicher oder männlicher Bildungsmanager eingestellt werden könne.

 

 

Landrat Schneider dankte allen Beteiligten - insbesondere bei seinem Vorgänger Rudolf Handwerker, der als erster Landrat in Bayern die Idee der Initiative Bildungsregion aufgegriffen und das Projekt angestoßen hat. Besonders lobte er außerdem den Einsatz und das Engagement der zentralen Ansprechpartnerin Adelinde Friedrich sowie des Kooperationsbeauftragten der Regierung, Bertram Oddoj.

 

 

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Kindergartenkindern aus Aidhausen und Grundschülern aus Haßfurt. Philipp Arnold, Rektor der Mittelschule Ebern, demonstrierte mit drei Schülern, wie Inklusion in der Schule gelingen kann. Der blinde Schü-ler Georg musizierte auf dem Akkordeon und trug ebenso wie zwei Mitschülerinnen im Trio mit ihrem Lehrer zur musikalischen Umrahmung der Feierstunde bei. Autoren: Julia Lindner/Sabine Meissner

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