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Pressemitteilungen: Naturpark Haßberge

Vorstandswechsel im Naturparkverband Bayern
Heinrich Schmidt einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt

Eichstätt: Zur Jahreshauptversammlung trafen sich die Verantwortlichen der bayerischen Naturparke im Oktober 2020 in Kipfenberg im Landkreis Eichstätt.

 

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Landrat a.D. Anton Knapp die Vorsitzenden und Geschäftsführer aus den 19 bayerischen Naturparken. In seinem Rechenschaftsbericht stellte er besonders die Themen und Erfolge der letzten Jahre heraus und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank galt stellvertretend für den Freistaat Bayern Frau MdL Tanja Schorer-Dremel,  den anwesenden Vertretern des Umweltministeriums, des Verbands Deutscher Naturparke und insbesondere den Vorstandsmitgliedern.

 

 

Auf der Tagesordnung stand neben den allgemeinen Themen die Neuwahl des Vorstandes.

 

Dabei wurde der Vorsitzende des Naturparks Bayerischer Wald, Heinrich Schmidt, einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Naturparkverbandes Bayern und der Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger (Naturpark Altmühltal) zum ersten Stellvertreter gewählt. Landrat Hermann Ulm, Vorsitzender des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura wurde als zweiter Stellvertreter in seinem Amt bestätigt.

 

 

Der neue Vorsitzende Heinrich Schmidt ist seit 15 Jahren Vorsitzender des Naturparks Bayerischer Wald und seit 2010 Vorstandsmitglied im Naturparkverband Bayern. Maßgeblich hat er die Stärkung der Naturparke in den vergangenen Jahren  mitgestaltet und vorangetrieben.

 

 

In seiner Antrittsrede betonte Schmidt, dass der Naturparkverband für die Naturparke in Bayern in den letzten fünf Jahren viel erreicht hat und sich weiterhin aktiv für eine Fortentwicklung einbringen will. Der Freistaat Bayern habe in den letzten Jahren die Naturparkförderung deutlich verbessert. Nun gelte es, in guter Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium die dazugehörigen Verfahren zu vereinfachen und die Vorgaben besser abzustimmen. Er wolle darüber hinaus die Zusammenarbeit mit anderen Ministerien, den Bezirken sowie anderen Verbänden in den Bereichen Naturschutz und Tourismus ausbauen.

 

 

„Die Erfolge der  letzten Jahre haben gezeigt, dass intensive Verbandsarbeit ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Naturparke in Bayern ist. In Zukunft sollen jedoch die Naturparke in den Meinungsbildungsprozess besser eingebunden werden und deshalb setzen wir auf eine aktive Mitarbeit der Leiter der Geschäftsstellen“, erläuterte der neue Vorsitzende Schmidt.

 

 

Für die zukünftige Arbeit des Naturparkverbandes stellte er stichpunktartig fünf Schwerpunkte heraus. Die Grundlagen für die Auszahlung der Verwaltungskostenpauschale haben danach momentan absoluten Vorrang, um keine Fördergelder zu verlieren. Weitere Themen sind die Fortschreibung der Förderung für die Gebietsbetreuer und Ranger, die unterschiedliche Förderabwicklung in den Regierungsbezirken, sowie die Organisation und Kommunikation im Verband.

 

Zum Schluss der Vorstellung seines Programmes betonte der neue Vorsitzende, dass die Mitwirkung der Geschäftsführer besonders wichtig sei, um mit  einer breiten Basis das Beste für die bayerischen Naturparke zu erreichen.

 

 

In einer ausführlichen Laudatio zum Schluss der Jahreshauptversammlung würdigte der neue Vorsitzende Altlandrat Anton Knapp für das ehrenamtliche Engagement seit 2011 für den Verband. Besonders die angenehme und harmonische Zusammenarbeit, geprägt von einer gegenseitigen Wertschätzung hob Schmidt lobend hervor.

 

 

In der anschließenden Diskussion und der Geschäftsführertagung am Nachmittag wurden weitere Themen angesprochen. Über die wachsende Bedeutung von Naturparken waren sich die Mitglieder einig. Gerade in diesem schwierigen Jahr  wurde deutlich, wie sehr die bayerische Natur von Einheimischen und Gästen geschätzt wird, aber auch geschützt werden muss. Als Einrichtungen, die Naturschutz und Erholung, Bildung und Regionalentwicklung in sich vereinigen, sind Naturparke daher wertvoller denn je zuvor.

 

 

Naturparke in Bayern

Auf einem Drittel der Landesfläche setzen sich die 19 bayerischen Naturparke für den Naturschutz und die naturnahe Erholung ein. Sie sind aktiv in der Landschaftspflege, informieren Jung und Alt über die Natur und die Kulturlandschaft und tragen zur Entwicklung ihrer Regionen bei. Naturparke engagieren sich sowohl für die Menschen vor Ort als auch für Touristen, die in Bayern unterwegs sind.

Der Naturparkverband Bayern e.V. ist der Dachverband der bayerischen Naturparke.

 


Eröffnung einer neuen Erlebnisfläche auf dem Zeilberg

MAROLDSWEISACH. Am 22. Juli 2020 eröffnete der Naturpark Haßberge offiziell die neue Station „Sandbagger“ auf dem Steinerlebnispfad. Landrat Wilhelm Schneider, zugleich Vorsitzender des Naturpark Haßberge e.V., konnte die neue Station nun offiziell für den Spielbetrieb freigeben. Der höchstgelegene Spielplatz im Naturpark bietet tolle Ausblicke, kleine Bagger und einen Spielturm.

 

Ein einzigartiger Erlebnispfad

Auf dem Zeilberg, einem Basalt-Berg im Naturpark, befindet sich ein Steinbruch, der von der Basalt-Actien-Gesellschaft betrieben wird. Der Blick in den aktiven Steinbruchbetrieb macht den Erlebnispfad einzigartig. 11 Stationen, darunter auch die neue Erlebnisfläche, laden die Kinder entlang des Weges ein, aktiv zu werden. Neben den neuen „Sandbaggern“, sind Spielelemente wie „klingende Steine“, oder „Ziel werfen“ auf dem 3,7 km langen Rundweg verteilt.

Zwei ausgeschilderte Wanderparkplätze dienen als Startpunkte. Das „Steh`la“ führt über den Pfad und zeigt auf verschiedenen Tafeln interessante Information über das Gestein und die Natur um den Steinbruch. Seltene Tiere wie die Blauflügelige - Ödlandschrecke und wunderschöne Pflanzen wie der Rainfarn und das Schmalblättrige Weidenröschen fühlen sich an den trockenen steinigen Hängen wohl. Im Wechsel zwischen Wald und offenen Flächen ist Abwechslung für Jung und Alt geboten.

Teamwork zahlt sich aus

Die neue Erlebnisfläche liegt auf dem Grundstück der Basalt AG. Der Steinbruchbetrieb arbeitet seit der Eröffnung des Erlebnispfades 2006 sehr gut mit dem Naturpark zusammen. So auch bei der Umsetzung dieses Projektes. Die Fläche liegt auf dem Abraumhügel des Steinbruchs und überragt so nochmal die Umgebung. Der Naturpark konnte 3 Edelstahlbagger und einen Spiel- und Förderturm aufbauen.

Die Bagger, das Highlight der neuen Station, sind handbetrieben, lassen sich um 360° drehen und ermöglichen es, wie im Steinbruch nebenan, Löcher zu graben und Abraumhügel aufzuschütten. Der Turm mit Leiter und Brücke rundet den Spielspaß ab. Mit Seilzug und Sandrinnen ausgestattet, kann hier der Betrieb eines Förderturms nachgespielt werden. Nachdem der letzte Schritt, das Verfüllen mit Sand, vollendet war, konnte am 22.07.2020 dem Besucher die neue Erlebnisfläche übergeben werden. „Gemeinsam konnten wir hier eine wirklich einzigartige Spielfläche verwirklichen.“ äußert sich Landrat und Vorsitzender des Naturpark Haßberge e.V. Wilhelm Schneider glücklich gegenüber den zuständigen Mitarbeitern der Basalt-Actien-Gesellschaft.

 

Erfolgreicher erster Testlauf

Neben dem Bürgermeister des Marktes Maroldsweisach Wolfram Thein, nahm an der Eröffnung auch eine Gruppe der Kita Maroldsweisach, teil. Unter Aufsicht der Leiterin Frau Schauer, durften die Kinder den Sandspielplatz auf Herz und Nieren überprüfen. Den Kindern war an zu sehen, dass die Erlebnisfläche ein wirkliches Erlebnis ist. Dies freut den Geschäftsführer Winfried Seufert, der die Umsetzung durch den Naturpark mit organisierte, natürlich umso mehr. Er erklärt: „Ein Ziel des Naturparks ist es den Kindern, die Natur näher zu bringen. Kinder draußen, an einem so schönen Platz, glücklich spielen zu sehen ist daher sehr erfreulich.“

 

Geologie und Natur

Die Haßberge bestehen zum Großteil aus Sandstein unterschiedlichsten Alters. Häufig ist es der Räth-Sandstein, der an der Oberfläche zu Tage kommt. Am Zeilberg ist das jedoch nicht der Fall, Basalt füllt den Berg aus. Das Gestein ist seit langem begehrt. Daher wird es schon seit Generationen abgebaut. Die Basaltvorkommen sind vulkanischen Ursprungs. Durch die Härte des Gesteins verwitterte und erodierte der Basaltkörper im Vergleich zu seiner Umgebung weniger stark, weshalb der Zeilberg frei in der Landschaft steht und tolle Ausblicke in alle Himmelsrichtungen bietet.

Die Natur, die sich im Laufe der Jahre um und im Steinbruch entwickelt hat ist so besonders, wie der Untergrund, aus dem der Berg besteht. Steinige freie Flächen sind Heimat für Arten, die zu konkurrenzschwach sind oder die Trockenheit besonders gut vertragen. Der Rainfarn ist eine dieser Arten, die mit ihren gelben Blüten die Landschaft zum Leuchten bringen. Wer regelmäßig den Zeilberg besucht, kann den Sukzessionsprozess in den nächsten Jahrzehnten im Umfeld der neuen Erlebnisfläche beobachten. Wo aktuell vor allem Steine zu sehen sind, werden bald die Pflanzen das Terrain erobern. Mit den Pflanzen folgen dann auch die Tiere.

Die Natur vor der Haustür ist aktuell wichtiger denn je. Der neue Spielplatz lockt viele Kinder raus in die Natur und gibt Anlass für einen Familienausflug.

 

Die Kinder der Kita Maroldsweisach bei der Einweihung, links Herr Seufert, Geschäftsführer des Naturparks. (Foto: Rudolf Hein)

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