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Von der Filmrolle bis zum Beamer

Kreismedienzentrum (ehemals Kreisbildstelle) ist von der Heinrich-Thein-Schule ins Bibliotheks- und Informationszentrum am Dürerweg in Haßfurt umgezogen

Die Kreisbildstelle ist in das Bibliotheks- und Informationszentrum am Dürerweg in Haßfurt umgezogen. Grund genug für Landrat Wilhelm Schneider, um der Einrichtung in den neuen Räumen einen Besuch abzustatten. Unser Bild zeigt den Kreischef im Gespräch mit Kreisbildstellenleiter Richard Rümer (rechts).

Das Klassenzimmer ist verdunkelt, die Leinwand steht, der Lehrer schaltet den Projektor mit einer 16-Millimeter-Filmrolle an, die Maschine beginnt zu rattern und es folgt eine zwölfminütige Dokumentation über das Thema „Das Herz des Menschen“. Diese Filme gibt es heute noch und viele moderne auf DVD  noch dazu. Früher wie heute beziehen Lehrerinnen und Lehrer ihre Streifen, die zu Lehrzwecken in der Schule gezeigt werden aus der sogenannten Kreisbildstelle. Die Einrichtung ist jetzt von der Heinrich-Thein-Schule ins Bibliothekszentrum am Dürerweg in Haßfurt umgezogen.


Dort sind Projektor und Filmrollen allerdings in den Keller gewandert. „Da fragt so gut wie keiner mehr danach“, berichtet der Leiter des Kreismedienzentrums Richard Rümer. Auch die früher beliebten VHS-Kassetten finden immer weniger Beachtung. Stattdessen sind DVD`s angesagt oder der Film wird direkt vom Server heruntergeladen. Die Zeiten und der Medienbestand haben sich geändert, geblieben aber ist das Gesetz, dass Lehrer ihren Schülern nur lizensierte Filme vorführen dürfen. Und diese sind im Kreismedienzentrum erhältlich. „Wir haben also längst nicht ausgedient“, ist sich Rümer sicher. 


Aber auch alte Filmrollen, Videofilme oder Diaserien wie beispielsweise zur Heimatkunde  mit Aufnahmen von Kirchen, markanten Gebäuden und Wegkreuzen aus dem Altlandkreis Haßfurt können immer noch ausgeliehen werden. Genauso wie sämtliche Medienvorführgeräte – angefangen vom Projektor über Beamer bis hin zum Dokumentenbetrachter und Computerzubehör.


Die Kunden sind überwiegend die Schulen des Landkreises Haßberge und deren Lehrerinnen und Lehrer. Aber auch Kindergärten, Jugendgruppen, Vereine und sonstige Bildungseinrichtungen nutzen das Angebot.


Aus seiner zehnjährigen Erfahrung als Leiter des Kreismedienzentrums weiß Richard Rümer, dass besonders gerne im Geschichts- oder im Biologieunterricht Filme gezeigt werden. Beliebte Themen sind zum Beispiel das Mittelalter und die Steinzeit. Auch Filme über bestimmte Tiere, etwa über den Igel, den Hund oder die Kuh gehören bei den Ausleihen zu den „Rennern“.


Der Medienbestand umfasst etwa 8700 verschiedene Titel. Aus Alters- und Platzgründen  wurden Tonbänder, Stummfilme und Super-8-Filme aussortiert. Über den Online-Katalog WebMerkur  (www.kmz.hassberge.de) erhält man eine Übersicht aller zur Verfügung stehenden Medien.


Seit drei Jahren stellt die Kreisbildstelle einen Teil der Filme auch online zur Verfügung. Für den Zugang werden vom Kreismedienzentrum Zugangsdaten mitgeteilt, die beantragt werden müssen. So können Filme und Dokumentationen im mp4-Format direkt aus dem Internet heruntergeladen und abgespielt werden.


Um neues Filmmaterial zu beschaffen, stellt der Landkreis Haßberge, der Träger der Einrichtung ist, jedes Jahr 10.000 Euro zur Verfügung. Das hört sich viel an, ist es aber nicht, denn ein Film kostet rund 500 Euro. Teuer sind die Aufführungsrechte, die mit erworben werden und die einzelnen Schuletats überlasten würden. 


Der Umzug des KMZ von der Berufsschule ins Bibliothekszentrum am Dürerweg hat vor allem den Vorteil, dass durch die Zusammenlegung die Öffnungszeiten verbessert werden. Ein weiterer Grund für die Entscheidung war, dass ein Großteil der Bestellungen von Lehrern aus dem Haßfurter Schulzentrum kommt.


Geöffnet ist das KMZ im BIZ am Dürerweg in Haßfurt zu folgenden Zeiten: Montag 11.30 bis 15 Uhr, Dienstag 13 bis 15 Uhr, Mittwoch 9 bis 15 Uhr, Freitag 9.30 bis 13 Uhr. Kontaktdaten: Telefon 09521/9444741, E-Mail: info@kbs-hassberge.de; www.kmz.hassberge.de.


Historische Daten:


30. September 1935 Gründung als Bezirksbildstelle Haßfurt. Die Kreisbildstelle ist im Klassenraum des Lehrers untergebracht und umfasst wenige Fillme.
1940 Bestand: 150 Stummfilme. Entschädigung für den Bildstellenleiter: 5 Reichsmark; Finanzierung der Bildstelle über den so genannten Filmbeitrag, den die Eltern zu zahlen hatten.
Mai 1945 Verlust vieler Filmgeräte nach dem Krieg
1952 Abschaffung des Filmbeitrages durch die Eltern; Übernahme der Finanzierung der Bildstelle durch die Landkreis-Gemeinden
1959 Umzug der Kreisbildstelle in einen kleinen Raum in der Schule am Ziegelbrunn
30. März 1960: Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis Haßfurt
1972 Gründung der Kreisbildstelle Haßberge mit den Außenstellen Hofheim und Ebern
Juli 1978 Bezug der neuen Räumlichkeiten am Kollegstufengebäude am Dürerweg zusammen mit dem Bibliothekszentrum
1987 Einführung der computergestützen Ausleihverwaltung.
1987 Auflösung der Außenstelle Hofheim
September 2005 Umzug der Kreisbildstelle in die ehemalige Backstube der Berufsschule.
Ende März 2015: Auflösung der Außenstelle Ebern
2015: Umzug in das Bibliotheks- und Informationszentrum am Dürerweg.


Die bisherigen Leiter des Kreismedienzentrums waren: Hauptlehrer Alfred Schmitt (1935 bis 1958), Oberlehrer Adolf Ullmann (1958 bis 1959), Oberlehrer Franz Reuther (1968 bis 1986), Josef Jüngling (1986 bis 2005) und seit September 2005 Richard Rümer.

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